Laut Gesundheitsstadtrat Peter Hacker machen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Hospitalisierten nicht vollständig geimpfte Personen den Großteil der Betroffenen aus. Von den 6.208 am Montag gemeldeten aktiven Covid-Fällen sind 81 Prozent nicht vollständig geimpft und nur 19 Prozent vollständig geimpft.

Dasselbe Bild zeichnet sich auch bei den 7-Tage-Inzidenzen, wenn man die Inzidenzen nach Impfstatus unterscheidet. Vollständig-Geimpfte hatten in der Kalenderwoche 40 eine 7-Tage-Inzidenz von 46 und Nicht-Vollständig-Geimpfte eine von 338.

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Obwohl sich die Inzidenzen in Wien stabilisiert haben, sei der Infektionsdruck auf den nicht vollständig geimpften Teil der Bevölkerung immer noch so hoch, dass eine starke Belastung der Wiener Spitäler weiterhin nicht auszuschließen sei. Durch die Delta-Variante habe sich unter den Spitalspatienten das Verhältnis in Richtung Intensivpatienten verschoben - dieses liege nun bei knapp 1:2, so Hacker. "Das bedeutet auch, dass 100 Spitalspatienten durch die Delta-Variante deutlich personalintensiver zu betreuen sind, als noch unter der Wildvariante." Die Delta-Variante habe auch das Alter der Intensivpatienten gesenkt. Durch die hohe Durchimpfungsrate bei den Älteren sei diese - im Vergleich zur Wildvariante - deutlich unterrepräsentiert, was ebenso auf die Covid-19-Schutzimpfung zurückzuführen sei, wurde betont.

Die Belastung bleibe weiterhin hoch, aber stabil. Von den am Dienstag gemeldeten Hospitalisierungszahlen in Wien ergibt sich laut Stadt Wien folgendes Bild nach Impfstatus: 172 Covid-Patienten sind in Wiener Spitälern in Normalpflege - 71 Prozent davon sind nicht vollständig geimpft. 86 Covid-Patienten sind in den Wiener Spitälern in Intensivpflege - 93 Prozent nicht vollständig geimpft. "Alle diese Daten belegen: Die Covid-19-Schutzimpfung schützt nicht nur vor einer Infektion, sondern insbesondere vor einem schweren Krankheitsverlauf und einem damit verbundenen Spitalsaufenthalt", so der Direktor des Wiener Gesundheitsverbunds, Michael Binder. 

Anfang Juli hat die Stadt mit der Impfbox am Rathausplatz mit zahlreichen "kreativen" Impfangboten ohne vorherige Terminanmeldung begonnen: Impfen im Stephansdom, im Gemeindebau, im Supermarkt, im Einkaufszentrum, dem Impfboot, in Impfbussen bis hin zum Impfen im Zirkus. Seit der Eröffnung der Impfbox am Rathausplatz konnten laut Hacker - über alle terminlosen Angebote außerhalb des ACV gerechnet - bisher 70.030 Personen zusätzlich geimpft werden. Besonders beliebt seien bisher die Impfbusse (9.949), die Impfbox Lugner City (9.917), das Impfen im Supermarkt (8.825), die Impfbox Rathausplatz (7.232), sowie die Impfbox im Stephansdom (5.690) gewesen. Darüber hinaus konnten laut Gesundheitsstadtrat im Austria Center Wien weitere 69.199 Wiener geimpft werden - in Summe 139.229 Wienerinnen und Wiener.

Derzeit sind die Auffrischungen im Gange - bisher konnten - wie berichtet - bereits 22.044 Personen aufgefrischt werden; vorwiegend in Alten- und Pflegewohnhäusern und beim Spitals-personal.

Auffrischungsrechner

Um über die Auffrischungsimpfung zu informieren, verschickt die Stadt übrigens in den kommenden Tagen einen Brief an alle Haushalte. Das Schreiben gibt Antworten auf Fragen zum Drittstich, der je nach Alter, Risikoeinstufung und bisher erhaltenem Vakzin variiert. Und zur Aufklärung über den richtigen Zeitpunkt für die Impfung ist auf impfservice.wien zudem ein "Auffrischungsrechner" abrufbar.(rös)