Der österreichweite Lockdown für Ungeimpfte gilt ab Montag: Von den Ausgangsbeschränkungen sind nun Personen betroffen, die weder über ein gültiges Impfzertifikat verfügen noch nachweisen können, in den letzten 180 Tagen eine Corona-Infektion überwunden zu haben. Schon bisher waren sie von Lokalbesuchen oder vom Zutritt zu Sportanlagen und Friseuren ausgeschlossen. Neu ist für Ungeimpfte nun, dass sie auch beim Einkaufen auf die Versorgung mit Grundgütern des täglichen Lebens beschränkt werden.

Weiterhin möglich bleibt der Gang zum Arzt und zu sonstigen Gesundheitsdienstleistungen oder der Weg zur Impfung. Auch die "Befriedigung religiöser Grundbedürfnisse" sowie der Weg zur Schule oder Universität sind erlaubt. Kinder unter zwölf Jahren sind von den Beschränkungen gänzlich ausgenommen. Für Kinder zwischen zwölf und 15 Jahren ist der Ninja-Pass aus der Schule außerdem einem 2G-Nachweis gleichgestellt. Ist er für diese Woche vollständig ausgefüllt, dürfen die Kinder auch am Freitag und am Wochenende aus dem Haus und etwa in Vereinen Sport treiben. Erstgeimpfte können sich mit einem PCR-Test "freitesten".

Der Ungeimpften-Lockdown betrifft rund zwei Millionen Menschen und gilt vorerst auf zehn Tage befristet. Sonntagabend wurden die Ausgangsbeschränkungen im Hauptausschuss des Nationalrats mit den Stimmen von ÖVP und Grünen bestätigt. Die Oppositionsparteien stimmten aus unterschiedlichen Gründen dagegen.

Zusätzliche Reglementierungen bei Veranstaltungen in Kärnten

Die nun schärferen Maßnahmen auf Bundesebene zur Eindämmung des Coronavirus gehen einigen Bundesländern nicht weit genug. So hat zum Beispiel Kärnten am Montag verkündet, dass die FFP2-Masken-Pflicht praktisch überall kommt, außerdem sollen zusätzliche Reglementierungen bei Veranstaltungen kommen. Das Tragen einer FFP2-Maske werde auch "am Ort der beruflichen Tätigkeit" vorgeschrieben, wenn nicht "sonstige geeignete Maßnahmen" zur Vermeidung von Infektionen ergriffen werden können, sagte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Montagnachmittag. Im Bereich der körpernahen Dienstleistungen wird die Maskenpflicht auch auf die Mitarbeiter ausgeweitet. In Lokalen sind Konsumationen nur noch am Sitzplatz erlaubt, beim Aufstehen gilt Maskenpflicht, wie auch in Hotels, wo in allen allgemein zugänglichen Bereichen Masken zu tragen sind.

In den Bereichen Kultur und Freizeit kommt die Maskenpflicht für Kunden, Ausnahmen soll es laut Kaiser nur für den Nassbereich bzw. bei Bedienung eines Fitnessgeräts geben. Bei Zusammenkünften, egal ob drinnen oder im Freien, muss ebenso Maske getragen werden wie auf Märkten und Gelegenheitsmärkten oder etwa in Reisebussen.

Auch in Niederösterreich wird angesichts hoher Corona-Zahlen ab Mittwoch die FFP2-Maskenpflicht ausgeweitet. Salzburg und Oberösterreich agieren bereits – aufgrund der überdurchschnittlich hohen Anzahl an Neuinfektionen – strenger als vom Bund vorgegeben. Und Wien geht ohnehin seinen eigenen Weg.

Die Anzahl der Neuinfektionen war in Kärnten in den vergangenen Tagen stark in die Höhe geschnellt. Von Freitag bis Sonntag wurden jeweils mehr als 900 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet. Die Inzidenz stieg auf über 900 und ist damit die dritthöchste in Österreich hinter Salzburg und Oberösterreich. Mit Montagfrüh hatte es einen starken Anstieg bei den Covid-19-Patienten in den Kärntner Krankenhäusern gegeben, mit 225 waren es doppelt so viele wie noch Ende Oktober. 31 Patienten mussten mit Stand Montagfrüh intensivmedizinisch versorgt werden.

Oberösterreich hat bereits Im Rahmen der oberösterreichischen Maßnahmenverordnung ab Montag die Maßnahmen auch für Geimpfte verschärft – abgesehen vom bundesweiten Lockdown für Ungeimpfte: Zusammenkünfte sind nun zum Beispiel nur noch bis 25 Personen erlaubt und Amateur-Fußballspiele gibt es nun ohne Publikum. Auch in Salzburg gelten strengere Regeln, Wien hat das für kommende Woche angekündigt. Ein Überblick:

Speisen und Getränke nur noch im Sitzen in Oberösterreich

Zusätzlich zum bundesweiten "Lockdown für Ungeimpfte" dürfen in Oberösterreich Speisen und Getränke nur noch im Sitzen konsumiert werden. Dazu müssen die Gästegruppen mindestens einen Meter voneinander entfernt sitzen. Auch an Imbissständen gilt die 2G-Regel. Auf allen Märkten sind Speisen und Getränke verboten, außerdem müssen die Besucher selbst im Freien eine FFP2-Maske tragen.

Diskotheken, Tanzlokale sowie Fach- und Publikumsmessen werden generell bis 5. Dezember geschlossen. Im Kulturbereich bleiben nur solche Spielstätten offen, die "ganzjährig und regelmäßig" betrieben werden sowie "unter einer unternehmerischen Gesamtverantwortung dem jeweiligen Zweck dienen". Damit bleiben Einrichtungen wie das Landes-Theater sowie die Museen geöffnet. Einlass gibt es aber nur mit dem 2G-Nachweis und Feinpartikel-Maske.

2G-Nachweis für Museen in Salzburg

Das Bundesland Salzburg – am Sonntag mit einer Inzidenz von 1.271 – hat bereits am Donnerstag verschärfte Maßnahmen angekündigt, die über den Lockdown für Ungeimpfte hinausgehen und die ebenfalls seit Montag gültig sind. Diese ähneln in einigen Punkten den Verschärfungen in Oberösterreich: So dürfen Speisen und Getränke in Lokalen nur mehr im Sitzen konsumiert werden, was de facto ein Verbot für die Nachtgastronomie bedeutet.

Außerdem gibt es eine FFP2-Maskenpflicht für alle Arbeitskräfte mit Kundenkontakt oder bei Abstand unter einem Meter zu Kollegen, bei körpernahen Dienstleistern wie Friseuren, in Restaurants und allgemein zugänglichen Bereichen von Beherbergungsbetrieben, in Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie auf Märkten – auch im Außenbereich. Darüber hinaus ist ein 2G-Nachweis für Museen, kulturelle Ausstellungshäuser, Bibliotheken, Archive und auf Gelegenheitsmärkten wie etwa dem Christkindlmarkt erforderlich. Alkohol trinken ist dort verboten.

2,5-G für Zwölf- bis 15-Jährige in Wien

Wien hat für die Nachtgastronomie und für Verantaltungen ab 25 Personen "2Gplus" angekündigt. Auch Geimpfte und Genesene brauchen künftig also auch einen PCR-Test. Die Maskenpflicht wird ausgeweitet: In nicht privaten Innenräumen und am Arbeitsplatz, wenn enger Kontakt zu anderen Personen besteht, muss eine FFP2-Maske getragen werden. In der Gastronomie ist dies abseits des Platzes wieder nötig. Erlassen werden sollen die neuen Regeln im Lauf der kommenden Woche. (temp, apa)

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