Das Impfprogramm Österreichs gegen das Corona-Virus nimmt wieder rasante Fahrt auf. Alleine am Freitag wurden 117.536 Impfungen verabreicht. Das ist neuer Rekord in den vergangenen Wochen und so viel wie zuletzt an Tagen Ende Juni dieses Jahres. Die explodierenden Infektionszahlen aber wohl auch die 2G-Regel haben etliche Menschen von der Sinnhaftigkeit einer raschen Immunisierung überzeugt.

Die meisten Stiche waren freilich Drittimpfungen, bei denen Österreich (angesichts der Zahlen) wohl um Wochen zu spät dran war. Besonders ermutigend sind jedoch die steigenden Zahlen bei den Erstimpfungen. In den vergangenen sieben Tagen wurden 138.349 Menschen zum ersten Mal geimpft. Das sind um 22.116 mehr als in der Woche davor (mit 116.223 Erstimpfungen) und fast fünfmal so viel wie noch Ende Oktober.

Das neuerliche Hochfahren der Impfzentren, etwa in Niederösterreich sowie die Impfbusse, bei denen man sich an sieben Tagen die Woche ohne Termin impfen lassen kann machen es besonders einfach, sich immuisieren zu lassen.

Jugendliche dürfen sich übrigens mit 14 Jahren auch ohne Einwilligung der Eltern impfen lassen. Wer mit der Educard und (falls vorhanden) der Ecard zum Impfbus kommt, wird auch geimpft.  

Wien: 50.400 neue Impftermine für Kinder

Wien will bis Jahresende jedenfalls 60.000 Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren gegen Covid-19 immunisiert haben. Nachdem die ersten 9.400 Slots für Interessierte binnen 48 Stunden vergriffen waren, schaltet die Stadt Wien am kommenden Montag weitere 50.400 Impftermine frei, an denen sich Kinder "off label" gegen das Coronavirus schützen können. Damit wäre rund die Hälfte der Kinder dieser Altersgruppe immunisiert.

"Jene Personen, die in der ersten Tranche Impftermine für ihre Kinder gebucht haben, werden allesamt per E-Mail kontaktiert und haben am Samstag und am Sonntag die Möglichkeit, ihre bereits gebuchten Termine vorzuverlegen", teilte das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) mit. 

Geimpft wird ausschließlich entlang der Zulassungsbestimmungen und -kriterien, unter denen die Covid-Schutzimpfung für Fünf- bis Elfjährige bereits in den USA zugelassen ist. Durch das Freischalten der neuen Termine kann die "Impfleistung" in dieser Altersgruppe von 200 Schutzimpfungen pro Tag auf knapp über 1.200 Impfungen täglich hochgeschraubt werden.

Die Anmeldung zur Impfung kann sowohl telefonisch über das Gesundheitstelefon 1450 als auch online über imfpservice.wien gemacht werden. 

In Wien leben 127.800 Kinder im Alter von fünf bis elf. Bis Ende dieser Woche werden bereits rund 1.500 von ihnen mit einer ersten Covid-Schutzimpfung versorgt sein, hieß es seitens der Stadt abschließend. Sollten alle knapp 60.000 Termine in Anspruch genommen werden, wäre annähernd die Hälfte dieser Altersgruppe gegen das Coronavirus geschützt.

15.297 neue Fälle

Zwei Tage vor dem 20-tägigen Lockdown ab Montag hat es wieder mehr als 15.000 neue Fälle gegeben. Innen- und Gesundheitsministerium meldeten am Samstag 15.297 neue Fälle seit Freitag, außerdem 42 weitere Todesopfer. Im Schnitt gab es in der vergangenen Woche täglich 13.496 neue Fälle. Auf Intensivstationen müssen bereits 524 Schwerkranke behandelt werden, um vier mehr als am Vortag. Österreichweit sind 2.881 Infizierte im Spital, um zehn mehr als am Donnerstag.

Außerdem gab es am Samstag 144.442 bestätigte aktive Fälle in Österreich, um 5.601 mehr als am Vortag. Am Freitag wurden 117.536 Impfungen durchgeführt, das liegt deutlich über dem Sieben-Tages-Schnitt mit 85.939 Immunisierungen täglich. In Wien wurden am Freitag 30.788 Covid-Schutzimpfungen verabreicht, so viele wie noch nie zuvor seit Beginn der Immunisierungen. 5,88 Millionen Österreicher haben einen gültigen Impfschutz, das sind 65,9 Prozent der Gesamtbevölkerung.