In Wien gibt es zwar längere Menschenschlangen vor Corona-Teststationen und etwas längere Wartezeiten auf die Testergebnisse. In drei Bundesländern sind aber die Probleme mit PCR-Tests seit Wochen so groß, dass ein Riegel eingeschoben werden muss. In Nieder- und Oberösterreich sowie in Salzburg werden die Gurgeltests begrenzt, meldet ORF NÖ. Betroffen sind die Gurgeltests in Sparmärkten. 

Es ist ein weiteres Zeichen der mangelden Vorbereitungen, obwohl die Pandemie seit Mitte März in Österreich für Lockdowns sorgt. Die türkis-grüne Bundesregierung hat schon vor Monaten die Ausrollung von PCR-Tests in den Bundesländern angekündigt. Tatsächlich hat aber nur Wien das in großem Unfang gemacht. Für die Menschen in den von den Corona-Neuinfektionen besonders betroffenen Bundesländern Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich führen die Versäumnisse in den den drei ÖVP-geführten Bundesländern nun zu einem bösen Erwachen. Denn nach wochenlanger Kritik an fehlenden PCR-Tests werden diese eingeschränkt, weil die Labors mit den Tests nicht mehr nachkommen.

Labor muss Bremse ziehen

Ab Montag erfolgt für die einzelenen Personen für die Dauer von 48 Stunden eine PCR-Testsperre. Das Biotech Labor Novogenia mit Sitz im Salzburger Flachgau gab außerdem am Wochenende bekannt, dass es für Personen, die wissen, dass sie infiziert sind, eine dreiwöchige Testsperre gibt, meldete die Austria Presse Agentur. Wien hat hingegen auf die Firma Lifebrain gesetzt. In den ÖVP-dominierten Bundesländern war man an alternativen Anbietern wie Novogenia interessiert, die nun überfordert sind.

Niederösterreich hat inzwischen die Impfmöglichkeiten nach einer Reduktion wieder erhöht. Neben mehr als 500 niedergelassenen Ärzten, wo nach Anmeldeterminen geimpft wird, stehen landesweit neun Impftstationen zur Verfügung, wie im Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig am Sonntag erklärt wurde. Dazu kommen weiters sechs Impfbusse, die an sieben Tagen in der Woche in Niederösterreich unterwegs sind sowie ein knappes Dutzend Impfstationen in Einkaufszentren sowie PopUp-Stationen in Gemeinden.

Niederösterreich änderte Impf-Hinweise

Für Aufsehen und teilweise Verwirrung hat gesorgt, dass via Homepage in Niederösterreich offiziell nicht nur auf diese Impfmöglichkeiten hingewiesen wurde, sondern auch auf Impfen in Wien ohne Termin aufmerksam gemacht wurde. Das habe man inzwischen wieder runtergenommen, sagte Stefan Spielbichler vom für die Impfungen zuständigen Notruf Niederösterreich im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Es habe viele Anfragen auch von Wienern in Niederösterreich gegeben, führte er als Grund an, warum auch auch die Wiener Impfmöglichkeiten ohne Termin via Homepage verwiesen wurde. Man habe das als Service gesehen. Es war nicht dazu gedacht, Niederösterreich nach Wien zu locken. Nachdem dies aber zu Missverständnissen geführt habe, sei das von der Homepage entfernt worden. (ett/ag.)