Frankfurt. Moderna-Chef Stephane Bancel geht von einer geringeren Wirksamkeit der gegenwärtigen Covid-19-Impfstoffe gegen die neue Omikron-Variante aus. Der Schutz dürfte nicht auf demselben Niveau wie bei der hochansteckenden Delta-Variante liegen, sagte Bancel der "Financial Times" (Dienstagausgabe). "Ich denke, es wird ein erheblicher Rückgang sein. Ich weiß nur nicht, wie stark, weil wir die Daten abwarten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung: ‚Das wird nicht gut sein‘."

Bancel zufolge muss die aktuelle Vakzin-Generation im nächsten Jahr möglicherweise geändert werden. Hintergrund sei die hohe Anzahl von Mutationen bei der Omikron-Variante auf dem Spike-Protein, das dem Virus den Eintritt in Zellen ermöglicht, sowie die schnelle Ausbreitung der Variante in Südafrika. Die meisten Experten seien davon ausgegangen, dass eine so stark mutierte Variante erst in ein oder zwei Jahren auftauchen würde, sagte Bancel.

Die Universität Oxford, Partner des Moderna-Rivalen AstraZeneca, sieht dagegen keine Hinweise auf einen mangelnden Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bei Omikron. Sollte es aber notwendig sein, könnte rasch eine neue Version des Impfstoffs entwickelt werden. Moderna und der Mainzer Hersteller Biontech haben bereits mit den Arbeiten an einem neuen Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen, die nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation ein "sehr hohes Risiko" darstellt. Biontech hatte allerdings erklärt, dass noch nicht klar sei, ob eine Anpassung seines Vakzins erforderlich sei und erwartet mehr Klarheit in etwa zwei Wochen.