Vom Covid-19-Prognose-Konsortium kommen diese Woche gute Nachrichten: Man rechnet mit einem "Rückgang der Fallzahlen" durch die "volle Wirkung des harten Lockdowns", wieder Genesene und mehr Schutzimpfungen. Zeitversetzt gehe man von einem Rückgang der Belastung der Intensiv- und Normalstationen aus.

Allerdings nicht in allen Bundesländern gleichermaßen: Das ohnedies schon niedrigere Niveau an Covid-19-Erkrankten, die in Wien und der Steiermark intensivmedizinische Behandlung benötigen, soll auch in den kommenden beiden Wochen stabil bleiben. Mit einem Überschreiten der Auslastungsgrenzen ist auch im Burgenland und in Niederösterreich nicht zu rechnen. Entspannung wird es selbst in den vormals stark belasteten Intensivstationen Oberösterreichs, Salzburgs und Tirols geben. Vorarlberg aber schert etwas und Kärnten komplett aus.

Kärnten hat das höchste Risiko bei der Auslastung

Österreichweit liegt die Wahrscheinlichkeit, dass am 15. Dezember mehr als 50 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Erkrankten belegt sind, bei weniger als 0,5 Prozent. Anders in Vorarlberg, hier liegt sie bei fünf Prozent, mit 25-prozentiger Wahrscheinlichkeit sind ein Drittel der Betten wegen Corona belegt.

In Kärnten allerdings rechnet das Prognose-Konsortium zu 99,5 Prozent damit, dass ein Drittel der Intensivbetten für Covid-19-Erkrankte benötigt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sogar die Hälfte ist, liegt bei 60 Prozent. Mitte Dezember ist die Lage kaum besser: Zu 85 Prozent ist damit zu rechnen, dass ein Drittel der Intensivkapazitäten wegen Corona voll ist; zu 60 Prozent damit, dass es sogar die Hälfte ist.

Das ist nicht verwunderlich. Schließlich liegt die durchschnittliche Sieben-Tage-Inzidenz Kärntens aktuell mit mehr als 1.431 deutlich über dem Österreichdurchschnitt von 894. Die Infektionslage soll sich zwar auch in Kärnten etwas verbessern. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 670 und 1.100 am 8. Dezember bleibt sie aber die höchste im Bundesländervergleich.

Zu geringe Intensivbettenmeldung

Zur höheren Belastung Kärntens heißt es im Papier des Konsortiums: "In Kärnten wurde zuletzt eine deutliche Reduktion der ICU-Gesamtkapazität (Intensivstationen, Anm.) von 170 auf 119 gemeldet, wodurch sich die Covid-19 spezifische ICU-Auslastung in der aktuellen Prognose entsprechend erhöht." Bei den Recherchen der "Wiener Zeitung" stellte sich allerdings heraus, dass anstatt der 119, die das Land gemeldet hat, eigentlich 135 Intensivbetten zur Verfügung stehen. Von Seiten der Gesundheit Österreich GmbH heißt es trotzdem, dass eine eventuelle Änderung der Kapazitäten aber keine Auswirkungen auf die Prognoserechnung in Kärnten hat.

Landespressesprecher Gerd Kurath weiß von den 135 Intensivbetten insgesamt, die "nach wie vor im Notfall auf 170 mit entsprechender Umrüstung und Umschichtung des Personals erweiterbar sind". Eine Reduktion wäre "auch ein Wahnsinn in Covid-19-Zeiten." 60 Betten halte man für Covid-19-Erkrankte bereit. Diese waren am Dienstag belegt, am Mittwoch waren es 56. Planbare Eingriffe wurden bereits und werden weiterhin verschoben. "Wir werden, wenn notwendig, alle Register ziehen."