Das Covid-19-Infektionsgeschehen bei Kindern ist hoch. Derzeit ist allerdings erst ein Impfstoff gegen Covid-19 für Kinder ab fünf Jahren zugelassen. Und auch bei den Impfungen für die Jüngeren ist einiges anders und speziell zu beachten - der dritte Stich wird zum Beispiel erst für über Zwölfjährige empfohlen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Wie hoch ist das Infektionsgeschehen bei Kindern?

Dem Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) zufolge, lag die Sieben-Tage-Inzidenz unter den Fünf- bis 14-Jährigen am 1. Jänner 2022 bei rund 270. Angeführt wird die Liste von den 15- bis 24-Jährigen mit rund 407, gefolgt von den 25- bis 34-Jährigen (378) und den 35- bis 44-Jährigen (312). Die Fünf- bis 14-Jährigen rangieren somit an vierter Stelle der zehn ausgeschilderten Altersklassen. Bei den unter Fünfjährigen beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz laut Ages 103. Am geringsten ist diese mit weniger als 70 bei den über 75-Jährigen. Kinder und Jugendliche erkranken im Vergleich zu Erwachsenen zwar selten schwer an Covid-19, Todesfälle und schwere Krankheitsverläufe sowie Langzeitfolgen sind aber ebenfalls möglich. Schwere Verläufe können zu einem Spitalsaufenthalt bis hin zur intensivmedizinischen Behandlung führen.

  • Wie verhält es sich mit dem gültigen Impfschutz?

Die im vorigen Punkt erwähnte Gruppe der über 75-Jährigen mit der geringsten Sieben-Tage-Inzidenz zählt laut den Zahlen des Gesundheitsministeriums auch zu jener mit dem höchsten gültigen Impfschutz: Rund 90 Prozent besitzen demnach ein aufrechtes Impfzertifikat. Unter den unter 15-Jährigen sind es nur etwas mehr als 18 Prozent. Insgesamt verfügen derzeit 70,8 Prozent der Österreicher über einen gültigen Impfschutz.

  • Welcher Impfstoff ist für Kinder zugelassen?

Im November 2021 hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA den mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren zugelassen. Die Impfung wird seitens des Nationalen Impfgremiums für Kinder und Jugendliche ab fünf Jahren allgemein empfohlen. Für einen ersten Impfschutz sind laut Gesundheitsministerium Impfungen im Abstand von 21 Tagen notwendig (19 bis 42 Tage sind demnach möglich). Eine dritte Impfung für Kinder und Jugendliche unter zwölf Jahren ist derzeit noch nicht allgemein empfohlen, erst für über Zwölfjährige wird zu dieser ab sechs Monaten nach der zweiten Impfung geraten. Ist das Kind genesen, sollte die Erstimpfung laut dem Nationalen Impfgremium frühestens vier Wochen nach der Genesung erfolgen. Unter Fünfjährige sollen weiterhin zum Beispiel durch Abstandhalten vor einer Covid-19-Infektion geschützt werden, sobald ein Impfstoff auch für diese Altersgruppe zugelassen ist, heißt es vom Ministerium.

  • Wie wirkt dieser für Kinder zugelassene Impfstoff?

Die mRNA-Impfstoffe regen das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern an. Dabei wird den menschlichen Körperzellen ein Bauplan für Virusproteine zur Verfügung gestellt. Im Fall von Comirnaty von Biontech/Pfizer handelt es sich dabei um das Spike-Protein von Sars-CoV-2, das ein für die Zelle unerwünschtes, fremdes Protein ist und daher nach dessen Bau an die Zelloberfläche transportiert wird. Das regt wiederum das Immunsystem dazu an, Antikörper gegen Sars-CoV-2 zu produzieren. Die mRNA wird kurz danach von den Zellen abgebaut. Sie hat keinen Einfluss auf die Erbinformation.

  • Welche Impfreaktionen sind möglich?

Im Vergleich zu den Älteren müssen die Jüngeren mit heftigeren Impfreaktionen wie Fieber und Abgeschlagenheit oder Schmerzen an der Injektionsstelle rechnen, sagt Markus Zeitlinger, Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie an der MedUni Wien. Deren besseres Immunsystem sei der Grund dafür. In der Regel klingen diese Reaktionen aber nach einigen Tagen wieder ab.

  • Wie lange nach der Impfung soll sich das Kind schonen?

Nach der Impfung sollte sich das Kind drei Tage lang körperlich schonen und eine Woche lang keinen Sport betreiben.

  • Bis zu welchem Alter braucht es die Zustimmung der Eltern?

Bis zum vollendeten 14. Lebensjahr können sich Kinder ohne Zustimmung der oder des Erziehungsberechtigten nicht impfen lassen. Erst danach, also ab dem 15. Lebensjahr, kann sich der mündige Minderjährige selbst für die Impfung entscheiden - auch, wenn ein Erziehungsberechtigter diese ablehnt. Dass dieser den Jugendlichen zur Impfung begleitet, ist ebenfalls nicht erforderlich.

  • Soll die geplante Impfpflicht auch für Kinder gelten?

Die Impfpflicht, die Anfang Februar in Kraft treten soll und deren Gesetzesentwurf bereits vorliegt, soll diesem zufolge für Personen ab 14 Jahren gelten, die ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz in Österreich haben. Neben den unter 14-Jährigen sollen auch Schwangere von der Impfpflicht ausgenommen sein.