Mit Schulbeginn am Montag hat die Corona-Variante Omikron Österreich weiter fest im Griff. 10.804 Neuinfektionen wurden laut Gesundheits- und Innenministerium innerhalb von 24 Stunden eingemeldet. 935 Corona-Patientinnen und Patienten liegen im Spital. Ähnliche Montagswerte gab es Mitte bzw. Ende November, der einen Lockdown in ganz Österreich nach sich zog. Nach den Weihnachtsferien wurde auch wieder viel getestet, jedoch nicht rekordverdächtig.

Von Sonntag auf Montag wurden insgesamt 634.778 Tests gemacht. Der Großteil, nämlich 539.085, waren aussagekräftige PCR-Tests. Die meisten PCR-Tests, fast 30 Prozent bzw. 157.954, wurden in Wien gemacht. Die Positiv-Rate der PCR-Tests in Österreich beträgt bereits zwei Prozent. Dieser 24-Stunden-Wert liegt über dem Durchschnitt der vergangenen Woche mit 1,9 Prozent.

"Omikron hält, was es verspricht"

Die hohe Anzahl an PCR-Befunden vor allem in Wien bedürfe einer Einordnung, schrieb Mario Dujakovic, Sprecher des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ), auf Twitter. Sowohl in den Gurgelboxen, als auch in den Teststraßen habe Wien einen "historischen Höchstwert an durchgeführten PCR-Tests" zu verzeichnen. Der Sonntag erbrachte insgesamt PCR-Test-Topwerte. Angesichts der Feiertage und des Schulbeginns inklusive Testpflicht für die Schülerinnen und Schüler sei das jedoch erwartbar gewesen, "weil sich das Testgeschehen wieder auf hohem Niveau stabilisiert". Zur hohen Positiv-Rate schreibt Dujakovic: "Omikron hält, was es verspricht."

Somit stieg die Zahl der aktiven Fälle weiter kräftig an. Am Montag laborierten 77.047 Menschen an einer SARS-CoV-Infektion. Das sind um 7.290 mehr als am Tag zuvor. Vor einer Woche, am 3. Jänner waren es noch 34.330 aktive Fälle.


Weit über dem Durchschnitt

Die derzeitige Zunahme der Neuansteckungen liegt weit über dem Durchschnitt der vergangenen sieben Tage mit 8.771 Fällen. Zuletzt waren die Montagswerte im November ähnlich hoch. Am 15. November wurden 11.889 Neuansteckungen gemeldet, am 22. November waren es sogar 13.806. Der bisher höchste 24-Stunden-Wert bei den Neuinfektionen wurden am 19. November mit 15.809 Fällen gemessen.

Auch die Zahl der Krankenhaus-Patientinnen und -Patienten stieg wieder. Derzeit liegen 935 Personen wegen einer SARS-CoV-2-Infektion im Spital, das sind um 24 mehr als am Vortag. 264 Menschen müssen wegen Covid-19 intensivmedizinisch betreut werden. Diese Zahl ging seit Sonntag um zwei und innerhalb einer Woche um 56 Patienten zurück.

Sieben Todesfälle sind seit Sonntag zu beklagen. In den vergangenen sieben Tagen wurden 96 Todesfälle registriert. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie seit ihrem Ausbruch 13.855 Tote in Österreich gefordert.

Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt in Österreich 687,3 Fälle pro 100.000 Einwohner. Das Bundesland mit der höchsten Inzidenz ist derzeit Salzburg mit 1.409,8, gefolgt von Tirol mit 1.220,9, Wien mit 919, Vorarlberg mit 628,7, Oberösterreich mit 524,3, Niederösterreich mit 508,7, Kärnten mit 394,1, die Steiermark mit 365,9 und das Burgenland mit 279.

Zwei Bezirke im Westen mit Rekord-Inzidenzen

Vor allem Tirol und Salzburg hat die Omikron-Variante des Coronavirus - was die Neuinfektionen betrifft -  somit voll erfasst. Dem Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) zufolge gehen in den Bezirken St. Johann im Pongau und Kitzbühel die Infektionszahlen bereits durch die Decke - die Inzidenzen liegen fast bei 3.300.

Der Salzburger Pongau ist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 3.290,2 mittlerweile österreichweiter Spitzenreiter. In absoluten Zahlen sind das bei offiziell 81.392 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2021) 2.678 Fälle. Kitzbühel im benachbarten Tirol liegt mit einer Inzidenz von 3.233,0 knapp dahinter, bei 64.676 Einwohnern gibt es - bezogen auf die vergangenen sieben Tage - 2.091 Corona-Fälle. Das Amt der Tiroler Landesregierung weist für den Bezirk Kitzbühel derzeit 2.704 aktiv Positive aus - das sind mehr als doppelt so viele als in der Landeshauptstadt Innsbruck mit aktuell 1.293 aktiv Positiven. In der Wintersport-Hochburg Kitzbühel, wo ab 18. Jänner der alpine Skiweltcup gastiert und drei Herren-Rennen stattfinden sollen, gibt es bei 8.239 Einwohnern im Moment 617 aktiv Positive.

Auf dem österreichweit dritten Platz liegt mit einer Inzidenz von 2.286,5 Tamsweg in Salzburg, mit 2.189,6 folgt knapp darauf der Bezirk Landeck im südwestlichen Tirol mit den Tourismus-Gemeinden St. Anton am Arlberg und Ischgl. Drei weitere Tiroler Bezirke - Imst (1.334,5), Kufstein (1.301,8) und Schwaz (1.083,4) - liegen deutlich über der 1.000er-Marke, schon signifikant höher sind die Inzidenzen in den Salzburger Bezirken Hallein (1.780,6) und Zell am See (1.433,6).

Die Bundeshauptstadt Wien - die Ages weist die einzelnen Wiener Bezirke nicht separat aus - nähert sich bei der Sieben-Tage-Inzidenz dem Grenzwert von 1.000. Aktuell hält man bei 934,4 und liegt damit sehr deutlich über dem Österreich-Schnitt, der sich bei 695,0 eingependelt hat. Die gegenwärtig niedrigsten Inzidenzen weisen das Burgenland (340,5) und die Steiermark (366,1) auf. Kärnten hält bei 444,4, Vorarlberg bei 624,4, Niederösterreich bei 501,7 und Oberösterreich bei 517,6. (temp, apa)