Die Tour de France rollt gerade durch die französischen Alpen und mittendrin auch Rafal Majka aus dem Team des Titelverteidigers und aktuell führenden Tadej Pogacar. Am Montag wurde Majka positiv auf das Coronavirus getestet - dennoch fährt er nach wie vor mit. Sein Teamkollege George Bennett musste die Tour erkrankt beenden, zumindest am Mittwoch war Majka aber noch ohne Symptome und rollte mit.

In Österreich müsste Majka sofort in Quarantäne. Noch. Das Gesundheitsministerium überlegt, die Regeln für die Absonderung zu ändern. Gesetzlich wurde bereits Vorsorge getroffen, mit 1. Juli ist eine Verordnungsermächtigung im Epidemiegesetz in Kraft getreten, die Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) ermöglicht, per Verordnung die Regeln zu ändern, es bräuchte keine Gesetzesnovelle mehr dafür.

Die "Presse" berichtet am Mittwoch, dass diese Verordnung ante portas steht, im Ministerium selbst will man das nicht bestätigen. Gespräche würden derzeit laufen, unter anderem auch mit den Sozialpartnern. Es sei, so heißt es aus dem Ressort, noch unklar, ob das Ende der Quarantäne tatsächlich kommt und, wenn ja, wann es kommt bzw. ob es dann auch sofort gültig ist.

Umfassende Maskenpflicht statt Absonderung

Grundsätzlich gibt es zwei Szenarien für ein Ende der Absonderungen: Erstens, es ist epidemiologisch nicht mehr nötig (oder ausreichend wirksam), um die Belastung für die Spitäler zu reduzieren. Zweitens, die Infektionszahlen sind so hoch, dass es zu viele Arbeitsausfälle gleichzeitig gibt, nicht zuletzt auch im Spital. Oder zu wichtige Ausfälle, wie aktuell bei der Tour de France im Fall von Edelhelfer Majka.

Auch wenn Details noch besprochen werden, ist davon auszugehen, dass die neue Regelung nur für symptomlose Personen gilt, die zudem sogenannten "Verkehrsbeschränkungen" unterliegen werden, etwa Maskenpflicht überall und Besuchsverbot im Spital und Pflegeheim.

Für den Dienstag wurden übrigens wieder deutlich mehr Infektionen, rund 15.000, registriert. Dabei hatte sich die Welle zuletzt sehr deutlich eingebremst. Die Kurzzeit-Prognosen des Gesundheitsministeriums weisen derzeit auch eine besonders hohe Schwankungsbreite auf.