Ab heute muss man nicht mehr in Quarantäne, wenn man ein positives Corona-Testergebnis hat. Stattdessen gelten mit 1. August "Verkehrsbeschränkungen": Wer sich nicht krank fühlt, darf mit FFP2-Maske fast überall hin, im Freien mit zwei Metern Abstand zu anderen Personen darf man sie auch abnehmen. Änderungen gibt es auch für Corona-Kranke mit Symptomen: Für einen Krankenstand muss man sich aktiv beim Arzt melden.

Denn mit dem Aus der Quarantäne gibt es auch keine Absonderungsbescheide mehr, die bisher automatisch zur Krankschreibung führten. Nunmehr muss man sich selbst darum kümmern, vom Arzt krankgeschrieben zu werden. Das geht auch telefonisch, allerdings nur für Corona-Fälle mit Symptomen. Mit allen anderen Krankheiten muss man in die Ordination. Und wer zwar Corona-positiv ist, aber keine Symptome hat, kann nicht krankgeschrieben werden.

Freitesten gilt auch für "Verkehrsbeschränkungen"

In letzterem Fall darf man nämlich jetzt nicht nur für Erledigungen und Freizeitaktivitäten das Haus verlassen, sondern auch zur Arbeit - alles mit Maske. De facto keine Beschränkungen gibt es, wenn am Arbeitsplatz nur aktuell infizierte Personen zusammentreffen. Man darf beispielsweise auch auf Veranstaltungen und sogar in Schwimmbäder oder Gasthäuser - allerdings muss die Maske stets oben bleiben, etwas zu konsumieren ist ausdrücklich nicht gestattet. Alten- und Pflegeheime, Gesundheitseinrichtungen, Kindergärten, Volksschulen und Horte dürfen von Infizierten nicht betreten werden, außer, man arbeitet dort.

Zu beachten ist, dass die Verkehrsbeschränkungen nicht erst nach einem positiven PCR-Test laufen, sondern bereits nach einem Antigen-Test, der eine Infektion mit Covid anzeigt. Wird dieser durch einen PCR-Test nicht bestätigt, fallen die Vorgaben. Ohnehin gelten die Verkehrsbeschränkungen maximal zehn Tage, nach fünf kann man sich freitesten. Die Umstellung auf die Verkehrsbeschränkung mit 1. August gilt auch für jene, die in den Tagen davor noch in Quarantäne mussten.

Wieder in Kraft ist die Risikogruppen-Verordnung: Damit können Personen freigestellt werden, die trotz Impfung schwere Verläufe zu befürchten haben oder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.

Verwirrung um telefonische Krankschreibung

Verwirrung herrscht in der Frage, wie es in der Praxis mit der am Montag wieder eingeführten telefonischen Krankschreibung aussieht: Die Ärztekammer erklärte entgegen ursprünglichen Angaben aus dem Ministerium, dass die telefonische Krankschreibung "bei allen Krankheiten möglich" sei. Das Gesundheitsministerium und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) beharren allerdings auf APA-Anfrage darauf, dass man sich nur mit Corona telefonisch krankschreiben lassen kann.

In der früheren Variante während der Pandemie war die telefonische Krankschreibung für alle Krankheiten möglich. Nunmehr muss man für einen Krankenstand grundsätzlich wieder zum Arzt gehen - außer, man fühlt sich krank und hat (mutmaßlich) Corona, hatte das Gesundheitsministerium bereits am Sonntag wissen lassen.

Die Ärztekammer widersprach dem am Montag allerdings in einer Aussendung: "Patientinnen und Patienten sollten sich nicht verwirren lassen. Aus unserer Sicht ist die telefonische Krankmeldung weiter bei allen Krankheiten möglich", meinte ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Edgar Wutscher. In manchen Bundesländern wie zum Beispiel Wien sei die telefonische Krankmeldung durch die telemedizinischen Regeln im Gesamtvertrag nie beendet worden. Und auch in den übrigen Bundesländern obliege darüber hinaus die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich der Ärztin oder dem Arzt. "Wenn die Ärztin oder der Arzt der Meinung ist, dass ein Patient arbeitsunfähig ist, wird er auch krankgeschrieben - auch telefonisch, wenn das möglich ist", sagte Wutscher. Gegebenenfalls werde es aber auch weiterhin notwendig sein, eine Abklärung in der Ordination vorzunehmen.

Gesundheitsministerium und ÖGK beschränken telefonische Krankschreibung auf Covid

Aus dem Gesundheitsministerium hieß es dazu auf erneute APA-Anfrage am Montag, dass eine ärztliche Krankschreibung grundsätzlich einen persönlichen, also physischen Patientenkontakt voraussetze. Die wiedereingeführte telefonische Krankmeldung mit 1. August solle "nur für jene Erkrankungen möglich sein, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion zurückzuführen sind". Eine gesetzliche Regelung sei nicht erforderlich, zuständig seien die Krankenversicherungsträger.

Die ÖGK teilte der APA auf Anfrage mit, dass die telefonische Krankschreibung bereits per "Obmannverfügung" geregelt sei - und zwar nur für Corona-Verdachtsfälle und positiv Getestete mit Symptomen. Dass man sich mit Corona aktiv krankschreiben lassen muss, ist übrigens neu: Bisher ging das per Absonderungsbescheid automatisch - mit dem Ende der Quarantäne fielen aber auch die entsprechenden Bescheide weg. (apa)