Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 erhöhen das Risiko, Long Covid zu entwickeln. Das berichtete die Gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination (Gecko) in ihrem neuen, am Freitag publik gewordenen Report.

Trotz derzeit stagnierender Fallzahlen könnten näher zum Winter fallende Temperaturen wieder zu einem dynamischeren Infektionsgeschehen führen. Laut der Varianten-Beobachtung durch die Agentur für Ernährungssicherheit und das Wiener Institut für Molekulare Biotechnologie nimmt der Anteil der neuen Mutationen BQ.1, BQ.1.1 und BF.7 weiterhin zu. Gecko empfiehlt weiterhin das Tragen von FFP2-Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln, stark frequentierten Innenräumen und bei Kontakt zu vulnerablen Personen. Ebenso empfohlen sind regelmäßiges Lüften, Abstand halten und Hygienemaßnahmen.

Laut dem Bericht steigern außerdem Zweitinfektionen das Risiko, Long Covid zu erleiden. Das Gremium verweist sogar auf ein gewisses Todesrisiko durch Long Covid: Laut dem Expertengremium sind 4,2 Prozent aller hospitalisierten Patientinnen und Patienten mit Long Covid verstorben. Bei Kranken auf Intensivstationen waren es gar 12,5 Prozent.

US-Studiendaten würden bestätigen, dass Millionen Menschen von Long Covid und damit chronischen Erkrankungen betroffen sind. Das wiederum hat weitreichende Auswirkungen, etwa auf die Erwerbsbeteiligung, die wirtschaftliche Produktivität, das Gesundheitssystem und das gesellschaftliche Wohlergehen.

Weltweit berichten Millionen Menschen von Spätfolgen einer CoV-Infektion und schildern unterschiedlichste Symptome, von Konzentrationsschwierigkeiten über motorische Störungen bis hin zu chronischen Schmerzen. Eine Studie zeigt, dass auch Kinder und Jugendliche teilweise noch über Monate mit Beschwerden zu kämpfen haben, allerdings weniger häufig als Erwachsene.

Zweitinfektionen: Gefahr von Langzeitsymptomen

Einen Durchbruch in der Behandlung dieser Langzeitsymptome gibt es nicht, heißt es in dem Bericht. Allerdings stehe mit dem Proteaseenzym-Hemmer Nirmatrelvir/Ritonavir, das unter dem Namen Paxlovid verkauft wird, nicht nur ein wirksames Medikament zur Verhinderung schwerer Covid-19-Krankheitsverläufe zur Verfügung, sondern auch eines, das das Risiko für Long Covid statistisch signifikant reduziere. Das berichtet ein US-Team der Washington University über eine Registerstudie, die allerdings noch nicht durch Fachkollegen begutachtet wurde. In Österreich wurde die Gecko-Kommission diese Woche bis zum 30. Juni 2023 verlängert.(apa/est)