Spürhunde können Corona-Infektionen erschnüffeln und sind für den Einsatz bei Großveranstaltungen geeignet. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo), die in "BMJ Global Health" vorgestellt wird. Die Tiere seien sogar in der Lage, Infektionen zu identifizieren, bevor der PCR-Test positiv sei, sagte Studienleiter Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der TiHo. "Der Hund ist in diesem Fall ein Frühwarnsystem."

Obwohl inzwischen die meisten staatlichen Corona-Einschränkungen aufgehoben wurden, könnten die Spürhunde immer noch von Nutzen sein, glaubt der Professor für Tiermedizin. "Große Firmen wie Continental oder Volkswagen hätten mit ihnen ein relativ günstiges Screening-Tool, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen." In einem Projekt der Universitätsmedizin Mainz wird derzeit der Einsatz von Corona-Spürhunden in Pflegeheimen getestet.

Hohe Erfolgsquote

Für die niedersächsische Studie "Back to Culture" waren bei vier Konzerten im September und Oktober 2021 in Hannover Schweißproben genommen worden. Die Besucherinnen und Besucher hatten zudem am Tag des Konzerts Abstriche für einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test abgegeben. Für insgesamt 2.802 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lagen letztlich Schweißproben, Testergebnisse sowie Auskünfte unter anderem zum Impfstatus und zu chronischen Krankheiten vor.

Wie die TiHo berichtet, erkannten die acht speziell trainierten Hunde die Sars-Cov-2-negativen Proben zu 99,9 Prozent und die Sars-Cov-2-positiven Proben zu 81,6 Prozent. Die Studie zeige, dass Hunde nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch im Alltag Proben zuverlässig unterscheiden können, betonte Studienleiter Volk.

Die TiHo will weiter mit Corona-Spürhunden forschen. Hunde werden den Wissenschaftern zufolge zunehmend zur Geruchserkennung in der Medizin eingesetzt. Sie seien zum Beispiel in der Lage, verschiedene Krebsarten, Malaria sowie einige bakterielle und virale Infektionen zu erkennen.

Schäferhündin "Fantasy for Ever" und Rottweiler "Hades" sind auch beim österreichischen Bundesheer zu Corona-Spürhunden ausgebildet worden. Ihre Erfolgsquote lag bei mehr als 80 Prozent, hieß es im November 2021 bei einer Pressekonferenz in Wien. Federführung war das Militärhundezentrum in Kaisersteinbruch an dem Projekt beteiligt. Aktuelle Einsätze gab es in Sachen Corona aber nicht, da es verlässliche und schnelle Tests gibt. (apa/dpa)