Nur noch vier von zehn Menschen in Österreich halten sich an die Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums (NIG) zur Corona-Impfung. Damit ist die Zahl der gültig geimpften Personen seit Ende Juni um zwei Millionen gesunken, wie von der APA ausgewertete Zahlen des Gesundheitsministeriums zeigen. Besonders stark ist der Rückgang bei den ehemals gut durchgeimpften älteren Altersgruppen. Mit Donnerstag stellt das Ministerium die Veröffentlichung dieser Statistik ein.

Seit Ende Juni veröffentlicht das Gesundheitsministerium online, wie viele Menschen den Experten-Empfehlungen bei der Corona-Impfung folgen. Damals waren das 5,6 Millionen - also 62 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Allerdings ist die Zahl seither konstant gesunken: Ende November waren nur noch 4,8 Millionen gemäß NIG-Empfehlung geimpft, nun sind es weniger als 3,7 Millionen (40 Prozent).

Vierte Impfung empfohlen

Um einen möglichst guten Schutz während der kalten Jahreszeit zu gewährleisten, empfiehlt das Impfgremium den Abschluss der Grundimmunisierung (drei Impfdosen) sowie eine vierte Auffrischungsimpfung. Diese ist für alle Personen ab zwölf Jahren möglich, besonders empfohlen wird sie ab 60 sowie bei erhöhtem Risiko.

Wirklich durchgeführt haben die Auffrischungsimpfung bisher allerdings erst rund 1,5 Millionen Menschen. Damit fallen viele Österreicherinnen und Österreicher aus dem empfohlenen Impfschema heraus. Besonders stark ist der Rückgang bei den älteren Altersgruppen: So ist die Durchimpfung der über 85-Jährigen seit Juni von 84 auf 54 Prozent gesunken (minus 30 Prozent), in den Altersgruppen zwischen 45 und 84 Jahren beträgt der Rückgang zumindest ein Viertel.

Wie viele Menschen sich an die Empfehlungen des NIG halten, veröffentlicht das Gesundheitsministerium ab Donnerstag nicht mehr. Damit ist künftig nur noch bekannt, wie viele Personen die erste Impfserie abgeschlossen haben (1. und 2. Impfung), wie viele darüber hinaus die 3. Impfung ("Grundimmunisierung") sowie eine "Auffrischungsimpfung" (4. Dosis oder mehr) erhalten haben. Begründet wurde die Änderung im November u.a. mit dem hohen Detailgrad der NIG-Empfehlungen. Anstatt diesen abzubilden, konzentriere man sich auf die Impfintervalle. (apa)