Bei der bereits erfolgten Strukturreform in Salzburg war das Arbeitsplatz-Thema in der Debatte ebenfalls von Bedeutung. Beim Hearing der neu gewählten Salzburger Landesregierung versicherte Gesundheitslandesrat Stöckl, dass die neu hinzugekommenen Standorte der Landeskliniken, Hallein und Tamsweg, erhalten bleiben. Das Schließen einzelner Abteilungen schloss er aber nicht aus. Von den zwei eingegliederten Standorten und den beiden fusionierten Krankenhäusern Zell am See und Mittersill, bei denen die Eingliederung ebenfalls gerade verhandelt wird, kommt einzig Zell am See mit 264 Betten nahe an die kritische Grenze von 300 Betten heran.

Stöckl: "Die Aufrechterhaltung unserer kleinen Spitäler in der Region ,als Alleinkämpfer‘ ist aufgrund der gesetzlichen Vorgaben durch die EU und den Bund extrem schwierig bis unmöglich geworden. Mein Ziel war und ist es, alle Krankenhäuser in Salzburg zu erhalten, und ich bin davon überzeugt, dass die wichtigsten Maßnahmen dafür Kooperationen, Zusammenlegungen und Leistungsabstimmungen sind."

Zentralisierte Spitalsplanung

Zentralisierungspläne seien im Spitalsbereich sinnvoll, meint auch Gesundheitsökonom Pichlbauer: "Die Spitalsplanung soll so zentralisiert wie möglich erfolgen." Das von Stöckl ebenfalls gebrauchte Argument einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung kann er allerdings nicht ganz nachvollziehen. "Eine wohnortnahe Versorgung mit einem Spital ist aus versorgungswissenschaftlicher Sicht nicht nötig", meint Pichlbauer. Freilich brauche es als Ersatz für ein Krankenhaus adäquate ambulante Versorgung, für die die Gebietskrankenkassen zuständig ist, die allerdings in die Spitalsfinanzierung nicht eingebunden sind.

Einen Sonderweg geht in Salzburg das Krankenhaus Oberndorf. Das einstige Gemeindespital wird seit 2008 gemeinsam mit der Vamed als Public Private Partnership geführt. Oberndorfs Bürgermeister Peter Schröder bezeichnet die Kooperation als gelungen: "Es funktioniert sehr gut. Das Krankenhaus hat eine ausgezeichnete Auslastung, einen hervorragenden Ruf und Patienten aus der gesamten Region." Dennoch ist die Finanzierung für das Haus mit 111 Betten eine Herausforderung. "Es ist ein Faktum, dass es immer schwieriger wird", sagt Schröder.

Für Pichlbauer sind PPP-Modelle aus der Perspektive der Gesundheitsversorgung mit Vorsicht zu genießen. "Wenn ich ein PPP-Modell mache, schaue ich, dass die Auslastung gut ist. Da stellt sich die Frage, ob alle stationären Aufenthalte tatsächlich stationär zu behandeln sind. Diese stationären Aufenthalte nehmen dann der ambulanten Versorgung, die ohnehin schon unterdotiert ist, Geld weg", erklärt der Gesundheitsökonom. Allerdings sind für den ambulanten Bereich die Gebietskrankenkassen und für die Spitäler die Länder zuständig. Für eine übersichtliche Gesundheitsversorgung in Österreich wäre also noch die eine oder andere Gesundheitsreform notwendig.