Die Landwirtschaftskammer macht in ihrer Stellungnahme zur Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte für ausländische Arbeitskräfte aufmerksam, dass Österreich "mit außergewöhnlich hohen Schadholzmengen konfrontiert" ist: "Im heurigen Jahr ist die Entwicklung ähnlich, wobei sich der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften noch weiter erhöht hat."

Die Beseitigung von Schadholz birgt aber besondere Gefahren. Das zeigte sich am Dienstag dieser Woche auf tragisch-drastische Weise in der Steiermark. In St. Oswald im Bezirk Murtal endete ein Forstunfall tödlich - in diesem Fall erlitt ein 33-jähriger Mann tödliche Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die Erhebungen haben ergeben, dass der Mann beim Abschneiden einer Fichte vom Wurzelstock mitgerissen worden sein dürfte. Das ist der Fall, wenn ein Baum von Naturgewalten wie Wind oder Schnee umgerissen wird, der Stamm aber am Wurzelstock hängt. Da ist beim Aufarbeiten besondere Vorsicht geboten.

Nicht allein zur Waldarbeit und nur mit Schutzausrüstung

Generell mahnt Berater Pfeiffer von der Sozialversicherungsanstalt der Bauern dazu, nur mit entsprechender Schutzausrüstung Waldarbeiten überhaupt in Angriff zu nehmen. Das bedeutet Schutzhelm mit Visier- und Gehörschutz, schnittfeste Hose für das Arbeiten mit einer Motorsäge und vor allem auch Sicherheitsschuhwerk für Forstarbeiten.

Ein anderer Ratschlag klingt zwar logisch, wird aber auch nicht immer beherzigt: "Nicht allein in den Wald." So gibt es bei einem Forstunfall die Möglichkeit, dass ein Begleiter Rettungs- und Hilfskräfte verständigt.

Waldarbeit in Österreich bedeutet oft Arbeit in unwegsamem, steilem Gelände. Das erfordert besondere Erfahrung. Deswegen löste zuletzt der Vorschlag von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), Asylwerber zur Waldarbeit wegen der drohenden Borkenkäfergefahr verpflichtend einzusetzen, bei Forstexperten und Waldbesitzern teils nur fassungsloses Kopfschütteln aus.

Die Bauern-Sozialversicherung setzt auf vermehrte Vorbeugung. Dazu gehört neben der Schutzausrüstung vor allem eine entsprechende Aus- und Weiterbildung für jene, die selbst Forstarbeiten durchführen. Das betrifft insbesondere den Umgang mit Motorsägen. Es will gelernt sein, damit ein stehender Baum tatsächlich in die gewünschte Richtung und Schneise fällt.

Diese Ausbildung erfolgt nicht nur in forstwirtschaftlichen Ausbildungsstätten, sondern auch vor Ort, nämlich im Wald. Finden sich in einer Gemeinde wie beispielsweise in Melk zehn Landwirte oder Personen, die im Wald arbeiten wollen, so wird dies dort von der Forstabteilung der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer angeboten.