Wien. Zum Sound der 90er gehört auch ein Geräusch, das zwar klanglich an die Vertonung von Zehennagelziehen erinnerte, das aber dennoch stets von Vorfreude begleitet war. Denn wenn das Gefiepe, Gepiepe und Krächzen einmal vorbei war, dann war man "drin". So sagte man damals. Man war drin im Internet, einer ungemein spannenden, neuen Welt.

Heute freilich ist man selten "draußen", dank WLAN, dank 4G und dank Smartphones, die kaum noch jemand nicht besitzt. Die 56k-Modems haben längst ausgedient, wer das Internet nützt, muss sich heute nicht erst einwählen. Einer Statistik der Europäischen Kommission zufolge liegt Österreich mit rund 90 Prozent (Stand: 2017) Breitband-Abdeckung auf Platz neun in der EU, am Ende der Rangliste finden sich Frankreich und Griechenland mit etwa 50 Prozent.

Doch Breitband ist kein genau definierter Begriff, es gibt keine Norm dafür. Und die Ansprüche für schnelles Internet ändern sich im Lauf der Zeit. Vor allem das zunehmende Angebot von Streaming-Diensten war in jüngerer Vergangenheit ein starker Treiber der Nachfrage nach Anschlüssen mit einer hohen Datenkapazität. Doch was genau bedeutet "hoch"?

Auch diese Frage ist einem steten Wandel unterworfen. Bekannt ist, dass sich das Datenvolumen sukzessive und durchaus rasant erhöht. "Für die nächsten fünf Jahre wird in der EU eine Verdreifachung erwartet", sagt Heinz Pabisch, Vizepräsident von CMG, einem Verein, der sich für die nachhaltige Nutzung technischer Innovationen einsetzt. "Und es ist keine Sättigung abzusehen."

Freilich: Wie sich die Zukunft genau darstellen wird und ob der Anstieg des Datenvolumens so linear weitergehen wird, ist unsicher. Gewiss ist nur, dass Breitband - was immer dies in fünf, zehn oder zwanzig Jahren bedeutet - zur normalen Infrastruktur und Daseinsvorsorge gehören wird. So wie einst Telefonleitungen oder das Abwassersystem.

33 Stellungnahmen zur Strategie 2030

Und genau hier setzt auch die für die Politik durchaus heikle Frage an, wie diese Infrastruktur umgerüstet und ausgebaut werden soll. Ende März ist die öffentliche Konsultation für die Breitbandstrategie 2030 des Bundes ausgelaufen, 33 Stellungnahmen sind eingelangt. Sie werden nun gesichtet und debattiert, noch vor dem Sommer soll die Strategie 2030 veröffentlicht werden.

Heikel ist das ganze deshalb, da es mehrere Technologien gibt, um schnelles, sicheres Internet zu gewährleisten: Zum einen das Glasfaserkabel, zum anderen zwei verschiedene Formen von Kupferverkabelungen, und auch das neue 5G-Mobilnetz wird in der Breitbandstrategie eine nicht unbedeutende Nebenrolle spielen.