Steiermark übernimmt Fixzinsen

Erst zu Beginn dieses Jahres ließ die Steiermark mit zwei geplanten Maßnahmen aufhorchen, mit der bis zu 15 Millionen Euro an Investitionen ermöglicht werden sollen. Zum einen will man durch einen Einmalzuschuss von zehn Prozent der förderbaren Projektkosten die Übergabe und damit den Erhalt bestehender Hotel- und Gastronomiebetriebe unterstützen. Zum anderen übernimmt das Land die Fixzinsen sowie die Haftungsprovision bei Projekten im Rahmen von 100.000 bis drei Millionen Euro. Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank bietet einen geförderten Kredit sowie dessen Absicherung mit einer Bundeshaftung über 80 Prozent der Kreditsumme.

Wien fördere mit vier unterschiedlichen Programmen die Gastronomie, heißt es aus dem Büro des amtsführenden Stadtrats Peter Hanke. Einerseits gebe es bis zu 15.000 Euro Förderung für die Belebung leerstehender Geschäftslokale, also auch Wirtshäuser, und bis zu je 10.000 Euro für die Anschaffung neuer Geräte sowie für Digitalisierungsvorhaben. Bis zu 50.000 Euro Förderung seien für größere Projekte möglich, zum Beispiel, wenn man ein neues Konzept für ein Wirtshaus umsetzen möchte. In den vergangenen zwei Jahren hätten rund 120 Wiener Gastronomiebetriebe Förderungen dieser Art von insgesamt 1,1 Millionen Euro erhalten, so das Stadtratsbüro.

Die Bundeshauptstadt ist freilich ein Sonderfall, das letzte Gasthaus wird hier noch lange nicht zusperren. Die Gesamtzahl der gastronomischen Betriebe steigt in Wien laut Gastronomie-Fachgruppenobmann Peter Dobcak von der WK Wien sogar leicht an. Das liege aber vor allem daran, dass der Markt in den Städten extrem volatil sei. "20 Prozent sperren jedes Jahr zu - und mindestens genauso viele sperren wieder auf", sagt er. Allerdings nicht als das, was es ursprünglich war. So werden aus Gasthäusern Restaurants oder Kaffeerestaurants, hinter denen oft Systemgastronomie- oder Fast-Food-Ketten stecken. Aus diesen Gründen - wegen der Verlagerung in die Städte und der Verschiebung in sich - nahm auch die österreichweite Gesamtzahl dieser gastronomischen Betriebe über die Jahre leicht zu. Das Schnitzel in immer mehr Dorfwirtshäusern sollte dennoch das letzte gewesen sein.