Wien. (sir) Die von der ÖVP gestellten Landesschulratspräsidenten sind gegen Pläne von Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ), wonach sich Schulleiter künftig ihre Lehrer aussuchen können sollen. Das klinge zwar toll, sei aber vor allem an Pflichtschulen "nicht durchführbar", sagt Fritz Enzenhofer, der amtsführende Präsident in Oberösterreich. "Das kommt von Leuten, die die Praxis nicht kennen."

Im Dezember soll das Schulautonomie-Paket den Ministerrat passieren, das Schulleitern die Möglichkeit gegeben soll, neu eintretende Pädagogen auszuwählen. Vorbilder könnten laufende Pilotprojekte in der Steiermark und in Oberösterreich sein, wo an höheren Schulen Bewerbungen bereits über digitale Plattformen laufen. Sollten sich an einer Schule keine Lehrer bewerben, werde laut Hammerschmids Plan weiterhin die Behörde steuernd eingreifen. Derzeit werden die Lehrer den Schulen durch die Landesschulbehörden zugeteilt.

Für Enzenhofer ist eine Auswahl der Lehrer durch Schulleiter bei Pflichtschulen deshalb unrealistisch, da hier wegen kurzfristiger Schwankungen bei den Schülerzahlen pro Klasse und Standort im Herbst innerhalb kurzer Zeit viele Anstellungen fixiert werden. Sinnvoller wäre es, so Enzenhofer, wenn der Direktor erst nach Ablauf des üblichen Ein-Jahres-Vertrags entscheidet, ob ein neuer Pädagoge ins Kollegium passt.

"Die Herausforderung in ein paar Jahren wird aber ohnehin nicht sein, Lehrer auszusuchen, sondern Lehrer zu finden", sagt Johann Heuras, Landesschulrat in Niederösterreich. Schon jetzt gebe es in Niederösterreich keinen einzigen Sonderschullehrer mehr auf der Warteliste.