Träumen Sie auch von einem eigenen Haus, das inmitten eines schönen großen Gartens steht? Sie sind nicht der Einzige. Rund zwei Drittel der Österreicher würden gerne so wohnen. Der Prozentsatz der Fans dieser Wohnform ist seit Jahrzehnten gleich, auch wenn die meisten von ihnen sich diesen Traum an den begehrten Standorten gar nicht verwirklichen können. Denn dort ist der Grund teuer. Und das freistehende Einfamilienhaus benötigt sehr viel Grund.

Im österreichischen Durchschnitt liegen die Grundstücksgrößen für diese Siedlungsform zwischen 800 und 1000 Quadratmeter, das ergibt 10 bis 12 Wohnungen je Hektar Nettobauland. Für eine sinnvolle Raumordnung, die sich um eine sparsame und behutsame Verwendung von Grund und Boden sowie um eine rentable Ausnutzung der teuren sogenannten "technischen Infrastruktur" (das sind Straßen, Wasser-, Kanal- und andere Leitungsnetze) bemüht, ist das katastrophal: An eine kostendeckende Herstellung der Infrastruktur ist bei diesen geringen Dichten nicht zu denken, und der Grundverbrauch ist acht- bis neunmal so hoch wie bei einer eher locker gestalteten Bebauung mit dreigeschoßigen Wohnhäusern.

Die Wege werden zu lang

In entlegenen ländlichen Gebieten, die mit Abwanderung kämpfen und in denen kaum neue Häuser errichtet werden, mag das noch verkraftbar sein; in stark wachsenden Siedlungsbereichen aber entstehen großflächig Strukturen, deren Probleme immer schwieriger zu bewältigen sind. Aufgrund der geringen Siedlungsdichte schieben sich nicht nur die Siedlungsgebiete überproportional in die freie Landschaft hinaus, es werden auch die täglichen Wege für die Bewohner zu lang, um noch zu Fuß gegangen zu werden. Daher wächst dann der motorisierte Individualverkehr an.

Eine Abhilfe durch öffentlichen Verkehr mit attraktiven Intervallen ist bei so geringen Siedlungsdichten nicht finanzierbar. Auch funktionell gesehen ist das freistehende Einfamilienhaus nicht ideal: Vier freistehende Hausseiten erfordern einen entsprechenden Dämmaufwand; Wind, Lärm, Staub, Abgase und dergleichen können von allen Seiten durch das Siedlungsgebiet strömen und stören daher immer, egal, von welcher Seite sie gerade kommen. Und der Erhaltungsaufwand ist für Haus und Garten wesentlich höher als bei einer Wohnung im Geschoßwohnbau.