Ybbs/Gerasdorf bei Wien. Alois Schroll ist im Feiermodus. Für den Bürgermeister von Ybbs an der Donau steht das Jahr 2017 ganz im Zeichen eines runden Jubiläums: Denn vor genau 700 Jahren wurde Ybbs vom Habsburger Friedrich dem Schönen neben einer Reihe von bereits bestätigten Rechten auch das Privileg des sogenannten Blutbanns verliehen. Damit wurde Ybbs zur Stadt.

"Wir haben in jedem Bereich versucht, Veranstaltungen zu diesem bedeutsamen Ereignis zu organisieren, beginnend mit einer History Show im Jänner", berichtet Schroll. "Und es wird in jedem Bereich weitere Veranstaltungen geben, sei es Wirtschaft, Politik, Kultur, Tourismus, Gesellschaft, Wirtschaft oder Bildung. Man soll ja die Feste feiern, wie sie fallen, aber es soll auch nachhaltig sein." Sprich: Der Bürgermeister will in den verschiedenen Bereichen auch Werbung für Ybbs machen, um noch mehr Unternehmen, Einwohner und Touristen in die Stadt zu locken.

Zudem findet im April mit der Ybbsiade auch wieder das größte Kabarettfestival im deutschsprachigen Raum statt. "Dessen Wertschöpfung ist nicht zu unterschätzen", meint Schroll angesichts der rund 10.000 Gäste an 19 Spieltagen. Nicht zuletzt dank der Ybbsiade gab es im vergangenen Jahr einen Nächtigungszuwachs von 9,2 Prozent. Es ziehen auch immer mehr Jungfamilien zu, und auch als Wirtschaftsstandort hat sich Ybbs, wo 1959 das erste Donaukraftwerk eröffnet wurde, positiv entwickelt: "Auf knapp 6000 Einwohner kommen inzwischen 4080 Arbeitsplätze. Das heißt, die Leute pendeln mittlerweile nach Ybbs herein statt hinaus", erklärt der Bürgermeiste stolz.

Was das alles mit dem Stadtrecht zu tun hat? "Als Stadt kann man sich in den Bereichen Bildung und Wirtschaft viel mehr bewegen", meint Schroll. "Man tut sich leichter, Infrastruktur zu schaffen und andere Maßnahmen zu setzen, um mehr Unternehmen an den Standort zu bringen." Ein wichtiges Infrastrukturprojekt war der Hochwasserschutz, der 2013 abgeschlossen wurde. 2002 hatte ein verheerendes Hochwasser 83 Prozent der Gesamtfläche der Stadt überflutet. "Wir hatten einen Gesamtschaden von 42 Millionen Euro", berichtet Schroll, der vorrechnet, dass sich der Hochwasserschutz um 25 Millionen Euro "schon mindestens eineinhalb Mal rentiert hat - und ich will mir gar nicht vorstellen, wo Ybbs heute stünde, hätten wir 2013 nicht den Hochwasserschutz gehabt. Da wären wahrscheinlich bis zu 40 Firmen nicht mehr da."