Wien. (sir) Die Nachfolge von Langzeit-Präsident Helmut Mödlhammers verläuft nicht ganz wie geplant. Denn eigentlich, so sehen es die Usancen vor, hätten sich die die Länderorganisationen schon auf einen Kandidaten einigen sollen. Konnten sie aber nicht. Und so gehen zwei Bewerber in die Sitzung des Bundesvorstands mit seinen 65 Delegierten am Mittwoch.

Favorit auf Mödlhammers Nachfolge ist der Bürgermeister von Grafenwörth und Präsident des niederösterreichischen ÖVP-Landesverbandes, Alfred Riedl. Er ist 64 Jahre alt und damit nur ein Jahr jünger als Mödlhammer. Sein Kontrahent kommt wie der scheidende Präsident aus Salzburg. Günther Mitterer ist Bürgermeister von Sankt Johann im Pongau. Beide sind Mitglieder der ÖVP.

Gänzlich überraschend ist es freilich nicht, dass es nun zu einer (geheimen) Stichwahl kommt. In den vergangenen Jahren hat sich bei einigen wesentlichen politischen Themen ein Graben zwischen den westlichen Bundesländern und dem Rest aufgetan.

Immer wieder haben sich die ÖVP-geführten Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg zusammengeschlossen, etwa in Sachen Modellregionen für die Gesamtschule, bei Intergrationsthemen oder bei der Mindestsicherung. Es sind auch diese drei Länder, in denen die ÖVP mit den Grünen koaliert. Mitterer sieht sich auch selbst als "Kandidat des Westens", wie er sagt.

Dem Vernehmen nach darf sich Riedl der Unterstützung seines Heimatbundeslandes sicher sein sowie des Burgenlandes, wobei diese zwei Länder sogar über zwei Landesverbände verfügen: einen roten und ein schwarzen. Da die Wahl jedoch geheim stattfindet, kann sich Riedl seiner Sache eben nicht sicher sein. Am frühen Nachmittag wird der Sieger gekürt.