Der Unternehmensberater Clemens Westreicher, spezialisiert auf KMU im Tourismus, erklärt: "Wir haben in Österreich viel zu kleine Hotels und viel zu viele Hotels, die mit dem Rücken zur Wand stehen." Eine Strukturbereinigung sei überfällig, so Westreicher: "Wie schaffen wir es, diese Betriebe, die eigentlich nicht mehr marktfähig sind, geordnet aus dem Markt zu nehmen, dass erstens die Familie, die den Betrieb führt, zweitens die Hotelimmobilie und drittens die Destination möglichst wenig Schaden nimmt?"

Das betrifft freilich nicht nur Beherbergungsbetriebe sondern ganze Urlaubsregionen. "Wir müssen uns mit schrumpfenden Destinationen auseinandersetzen. Was tun wir mit jenen, wo es über Jahre rückläufige Nächtigungen und Betten gibt", fragt Westreicher. Ein Trend, der die Zwei-Klassen-Gesellschaft noch verstärken kann, ist die Digitalisierung und Automatisierung.

Die Horrorvision vieler Touristiker ist das Schnitzel, das aus dem Automaten kommt, und das Ein- und Auschecken am Rezeptionsautomaten. "Es wird Diskonthotels geben, da habe ich dann keine Menschen mehr", glaubt Reiter. Allerdings gibt es bei vielen Urlaubern den Wunsch nach Kontakt zu menschlichem Personal. "Das ist eine Chance für andere Betriebe, tolle, analoge, menschliche Kontakte zu bieten", sagt Zukunftsforscher Reiter.

Vor allem in der gehobenen Hotellerie ist das Rezeptions- und Service-Personal keine bedrohte Spezies. Allerdings gibt es auch dort Einsatzmöglichkeiten für die Robotik. "Wenn ich die Tätigkeiten in Hotels anschaue, sind da immer noch viele repetitive Tätigkeiten dabei, die man automatisieren kann. Da ist vieles aber Zukunftsmusik", sagt Westreicher. Die Nachfrage nach Personal bleibt mittelfristig also in allen Hotelkategorien hoch. Nun muss sich nur noch das Angebot zur Nachfrage finden.