Niemand will die
Haftung übernehmen

Das Problem bei diesem Frosträuchern: Erstens funktioniert es nicht bei Wind, zweitens nicht in Hanglagen (wenngleich diese ohnehin geringer betroffen sind) und drittens kann die Rauchentwicklung nur schwer kontrolliert werden. Feuerwehr und Polizei sind zwar eingebunden, sie helfen, wo sie können. "Aber niemand will die Haftung übernehmen", sagt Weinbauer Allacher. Nachsatz: "Ich übernehme sie auch nicht."

Denn wenn dieses Frosträu- chern großflächig eingesetzt wird, entsteht sehr viel Rauch, der sich dann auch bis zur nahen Ost-Autobahn und ihren Zubringern ziehen und jedenfalls nicht kontrolliert werden kann. Allacher erinnert an eine Massenkarambolage vor einigen Jahren auf der Donauuferautobahn, die von einer Nebelgranate des Bundesheeres mitausgelöst wurde, die in unmittelbarer Nähe gezündet worden war. Bundesheer-Angehörige wurden daraufhin wegen fahrlässiger Gemeingefährdung zu bedingten Haftstrafen verurteilt. Auch dies gilt es mitzudenken, ehe man Strohballen anzündet.

Wie viel das Frosträuchern wirklich bringt, ist zudem umstritten. Laut Weinbau-Experte Werner Luttenberger von der steirischen Agrarkammer wird intensiv an neuen Methoden gearbeitet, um die Pflanzen künftig besser gegen Spätfrost schützen zu können. Darunter etwa das Einölen der Knospen. "Es gibt da neue Denkansätze, aber die sind noch nicht marktreif."

Bis es so weit ist, können die Weinbauern nur hoffen. Vor allem in der Nacht auf Freitag könnten die Temperaturen weit unter null fallen. "Die Winzer haben große Angst", sagt Allacher. Schließlich geht es zumindest für einige unter ihnen in den kommenden Tagen um die Existenz.