Wien. (sir) Selig sind die Österreicher, wenn sie jammern können. So sagt man zumindest. Wenn man freilich nachfragt, sieht die Angelegenheit schon etwas anders aus. Im alle zwei Jahre erhobenen Städtebarometer des Sora-Instituts im Auftrag des Städtebunds geben 88 Prozent der Befragten an, mit der Lebensqualität in ihrer Wohngemeinde ziemlich oder sehr zufrieden zu sein.

Auch kommunale Dienstleistungen stoßen auf hohe Zufriedenheit. "Luft nach oben", wie Sora-Chef Günther Ogris sagt, gebe es noch am ehesten bei der Kinderbetreuung, der Pflege und Angeboten für Jugendliche. Hier bewegen sich die Zufriedenheitswerte zwischen 60 und 70 Prozent. Allerdings: Seit 2015 hat vor allem bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen die Zufriedenheit um elf Prozentpunkte zugenommen. In diesem Bereich hat es in den vergangenen Jahren auch einen massiven Ausbau gegeben.

Sorge über Big Data

Einen Schwerpunkt legte Sora diesmal auf das Thema Digitalisierung. Hier zeigt sich, dass sich Optimisten und Pessimisten in etwa die Waage halten, wenn es um die Frage von positiven beziehungsweise negativen Auswirkungen geht. Eine Ambivalenz offenbart sich auch darin, dass zwar einerseits eine knappe Mehrheit im Sammeln und Nutzen von Daten Vorteile sieht, andererseits geben aber auch rund 50 Prozent an, besorgt darüber zu sein. "Diese Ambivalenz muss man auflösen", sagt Michael Häupl, Wiens Bürgermeister und Präsident des Städtebunds.

Dem Thema Digitalisierung ist diesmal auch der Städtetag gewidmet, der von Mittwoch bis Freitag in Zell am See stattfindet. "Die Stadt ist ein Experimentierfeld der Moderne. Und das war auch immer so", sagt Häupl vor dem jährlichen Treffen der Bürgermeister.