Auswirkungen auf die Gemeinde Neustift hat das neue Erlebnisbad dennoch. Im Neustifter Hallen- und Freibad im Freizeitzentrum ging der Umsatz laut "Tiroler Tageszeitung" seit der Eröffnung des Erlebnisbades um ein Viertel zurück. Den Abgang des gesamten Freizeitzentrums in Höhe von rund 400.000 Euro müssen sich die beiden Eigentümer Neustift und der Tourismusverband Stubaital je zur Hälfte teilen.

Nun steht die Zukunft der Einrichtung zur Diskussion. Im Bad besteht jedenfalls Investitionsbedarf. Für Schönherr ist die Konkurrenz im Nachbarort aber dennoch weniger Bedrohung als vielmehr Erleichterung. "Wir überlegen jetzt, was man machen könnte, was es im Tal noch nicht gibt. Vielleicht haben wir wegen dem Erlebnisbad nun schneller nachdenken müssen. Es macht aber vieles leichter, weil es schon eine tolle Einrichtung gibt. Es ist auf jeden Fall besser, als zwei kleine Bäder, in die beide investiert werden muss", meint der Bürgermeister.

Bäder kommen ins Visier von Prüfbehörden

Dem Badespaß der Neustifter steht trotz ungewisser Zukunft des eigenen Bades also auch künftig nichts im Weg. In anderen Gemeinden ist dem nicht so. Zumal sanierungsbedürftige Gemeindebäder zunehmend ins Visier von Prüfeinrichtungen kommen. So empfahl der burgenländische Landesrechnungshof bei seiner Gemeindeprüfung von Neusiedl die Schließung des Hallenbades. Bisher fand die burgenländische Gemeinde noch nicht genug Nachbargemeinden, die sich an der Sanierung des Bades beteiligen würden. Obwohl Einwohner verschiedener Gemeinden das Bad nutzen, nicht nur Neusiedler. Eine Schließung des Bades brächte laut einem von der Gemeinde engagierten Sanierer 400.000 Euro jährlich an Einsparungen.

Doch auch in Oberösterreich spricht sich nicht nur die Bäderstudie für eine Bereinigung aus. Zwei Prüfberichte des Landes über Mühlviertler Gemeinden empfehlen ebenso die Schließung gemeindeeigener Bäder. In Arbing beläuft sich der jährliche Abgang auf gut 40.000 Euro, in St. Nikola an der Donau auf gut 20.000 Euro. Arbing hat 1400 Einwohner, St. Nikola 800.

Für St. Nikola errechneten die Prüfer den Zuschuss der Gemeinde je Eintritt. Zwischen 2013 und 2015 waren das 8,60 bis 10,70 Euro bei einem Eintritt je Besucher von durchschnittlich rund 1,70 Euro. Auch eine Aktualisierung der Bäderstudie wird angesichts dessen den Schließungsdruck auf einige Bäder nicht lindern.