Mehr Optionen

Wer schnelles Breitband will, muss auch Bilder generieren, wofür man das braucht, und es nicht bei den abstrakten Begriffen belassen. Glasfaser sind eine hohe Investition. Die teuren Kabel verschwinden allerdings unter der Erde, ihr Nutzen ist nicht unmittelbar zu sehen. Leistungsfähige digitale Infrastrukturen bestimmen zunehmend die Lebensqualität vor Ort und die Attraktivität einer Region.

Menschen und Unternehmen ziehen oder verbleiben nicht in Gebieten ohne digitale Anbindung. Digitale Möglichkeiten vergrößern die Optionen der Bereitstellung von Infrastrukturen und sind damit ein wichtiger Baustein für gleichwertige Lebensverhältnisse. Das ruckelfreie Streamen von Filmen und Musik ist da nur der Anfang der Möglichkeiten. Viel interessanter wird es bei der Daseinsvorsorge: Mit zunehmendem Alter im Hinblick auf Konsum, Wohnen, Inanspruchnahme von Pflege- und Gesundheitsleistungen, Mobilität und Partizipation steigt der Druck, nicht digital ausgeschlossen zu sein.

Die Bevölkerung sieht sich mit Versorgungslücken in der Nahversorgung und in der ärztlichen und pflegerischen Betreuung konfrontiert. Jeder kennt jemanden, der einen Pflegefall in der Familie betreuen muss oder einen Demenzerkrankten unterstützt. Nur aus der Ferne gelingt das kaum. Das Internet hilft, räumliche und zeitliche Distanzen zu überbrücken.

Ein bunter Strauß an Möglichkeiten wird gerade in zahlreichen Kommunen in Deutschland und in Österreich getestet. Vom neuen Mitbringdienst von Pakten und Lieferungen bis hin zur Telemedizin bei der Versorgung von Demenzpatienten im ländlichen Raum. Alle diese Anwendungen entstehen passgenau auf die Bedürfnisse vor Ort.

Auch Arbeiten und wirtschaftliche Betätigung werden zunehmend digital. Das Internet bietet die Möglichkeit der Vernetzung. Bisher folgen Menschen der Arbeit - oder besser ihrem Arbeitsplatz. Das geht auch anders. Arbeit #remote, also aus der Ferne, mit Hilfe von Telearbeitsplätzen sowie den neuen Formen der Arbeitsorganisation ist möglich. Coworking spaces wären digital genial: Arbeitsplätze entstehen gebündelt vor Ort etwa in alten Gasthöfen, in Bibliotheken, in Gemeindezentren.

Das halbe Dorf mit den unterschiedlichsten Berufen findet sich dort zusammen - um zu arbeiten, während der jeweilige Arbeitgeber überall auf der Welt sitzen kann. Hinfahren muss man nicht mehr. Durch die gesparte Pendelzeit bleibt auch wieder Raum für Ehrenamt vor Ort etwa in der Feuerwehr oder im Schützenverein als zentrale Bausteine der örtlichen Gemeinschaften. Kommunen könnten Garanten gegenüber Arbeitgebern sein, dass Menschen auch aus ländlichen Räumen heraus ihre Arbeit anbieten können. Pendlerströme fallen weg, die Abwanderung wird verlangsamt.

Derart aufgestellt, gelangt eine Gemeinde von der digitalen Spaltung zur digitalen Inklusion. "Vernetzt, intelligent und digital" sind Hilfsmittel mit dem Ziel, dass die Menschen in allen Regionen gleichwertig leben können und Teilhabe langfristig möglich ist. Technik ist digital. Politik ist (vielerorts) analog. Beide Pole gilt es miteinander zu vernetzen. Das ist die große Aufgabe der Zukunft. Insbesondere die Aufgabe der Gemeinden auf dem Weg zu einem SmartCountry, zu einer digitalen Region oder smarten Gemeinde - die Begriffe sind vielfältig. Die Alternativen zum notwendigen digitalen Brückenschlag aber sind verschwindend gering.