Wien. (sir) Es ist die erste Umsetzung des "Masterplans für den ländlichen Raum", den Umweltminister Andrä Rupprechter vor der Wahl präsentiert hat, und der von der ÖVP auch ins Wahlprogramm geschrieben wurde. Bundesstellen sollen dezentralisiert, das heißt aus Wien abgesiedelt werden, um den ländlichen Raum zu stärken. Das Umweltbundesamt macht den Anfang, rund 500 Beschäftigte werden (nicht vor 2022) nach Klosterneuburg übersiedeln. Gemeinde und das Land NÖ fördern den etwa 46 Millionen Euro teuren Umzug mit 12 Millionen Euro.

Es ist auch das erste schwarz-blaue Projekt. Für die Standortfrage muss nämlich das Umweltkontrollgesetz geändert werden, darin ist Wien als Standort festgeschrieben. Offensichtlich wurde das bereits im Vorfeld ausgehandelt.

Kritik kommt aus Wien, das 500 Arbeitsplätze und - laut einer Studie über Dezentralisierung - rund 35,5 Millionen Euro an Wertschöpfung verliert. "Klosterneuburg ist ungefähr so ländlich wie Döbling", sagt die zuständige Stadträtin Ulli Sima. Der Vorwurf aus Wien: Die ÖVP will der Stadt zugunsten Niederösterreich schaden. Studienautor Peter Bußjäger vom Institut für Föderalismus sagt: "Klosterneuburg ist zwar nicht die ländliche Region, die man aufwerten muss, sondern gehört zum Zentralraum Wien. Aber es ist ein erster Schritt." An der Reaktion aus Wien sehe man, wie schwierig das Thema ist.