Hier liegt ein hohes Maß an politischer Verantwortung auf Landes- und Gemeindeebene. Es geht darum, den gesellschaftlichen und sozialen Wohlstand auf breiter Basis zu sichern. Kommunen und Regionen müssen sich deshalb unternehmerisch aktiv am Immobilienmarkt beteiligen, um damit auch eine möglichst breite Verteilung der Grundstücksflächen und Immobilien sicherzustellen.

Der freie Markt kann
nicht die Lösung sein

Auf Landesebene liegt die Verantwortung speziell in Form von legistischen Maßnahmen bei Raumplanung, Grundverkehrsgesetz und Straßengesetz. Im Endeffekt wird aber kein Weg daran vorbeiführen, dass Gemeinden die Sicherung, Entwicklung und Verwertung von Grundstücksflächen und Immobilien in eigener Initiative übernehmen. Ein nachhaltiges und professionelles Flächenmanagement muss ein fixer und integrativer Bestandteil der Gemeindepolitik sein.

Doch oftmals fehlt das Bewusstsein für das Thema - auch, weil viele Kommunen und Regionen fälschlicherweise glauben, dass es sich hierbei um eine Angelegenheit der Wirtschaft handelt. Allein der freie Markt kann jedoch nicht die Lösung des Problems sein, andernfalls riskieren Kommunen, dass eine Grundsäule der Standortentwicklung und unserer Wirtschafts- und Finanzkraft dem Zufall überlassen wird.

Auch Wirtschaftsentwicklung braucht Flächenmanagement

Was heißt nun aktive Bodenpolitik und Flächenmanagement? Strategisch wichtige Grundstücke und Immobilien sind der Rohstoff jeder Standortentwicklung. Kommunen und Regionen müssen sich daher wie Unternehmen planmäßig um diesen Rohstoff kümmern, sonst wird Standortentwicklung anderen Akteuren überlassen, deren Interessen vielleicht nicht mit den originären Interessen der Gemeinde und des Gemeinwohls übereinstimmen.

Wenn es so weit kommt, leidet letztlich auch die Wirtschafts- und Finanzkraft darunter, denn ohne entsprechende Grundstücksflächen und Immobilien können weder vorhandene Unternehmen expandieren, noch können sich neue Unternehmen ansiedeln, weil es schlichtweg an den grundsätzlichsten infrastrukturellen Voraussetzungen fehlt.

Eine "Renaissance
des Staates"?

Es reicht nicht mehr, allein die Nutzungsarten von Flächen zu definieren. Damit sind diese zwar gewidmet, aber noch lange nicht verfügbar. Nicht zuletzt auch, weil Flächen zunehmend als Veranlagungsobjekte genutzt werden. Der wesentliche Punkt zeitgemäßer Flächenpolitik ist aber gerade die Verfügbarkeit von diesen Flächen.

Es ist daher notwendig, dass Flächenmanagement im Sinne einer kontinuierlichen Evaluierung, Sicherung, Entwicklung und Verwertung von Flächen und strategisch relevanten Immobilien vor dem Hintergrund kommunaler Zielsetzungen vollzogen wird.

Im Endeffekt sollten Kommunen und Regionen dadurch in der Lage sein, Flächen für Wohnraum, touristische sowie andere strategisch relevante Entwicklungen (z. B. Ortskernentwicklung) und vor allem auch für Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen, also die Wirtschaft im weitesten Sinne, zur Verfügung zu stellen.