Und zwar in einer Form, die gewährleistet, dass nicht nur Penthouse-Wohnungen, sondern auch leistbare Immobilien für junge Menschen und Familien vorhanden sind. In einer Form, die auch die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde sicherstellt, sodass Arbeitsplätze in zumutbarer Entfernung entstehen und weiterhin verfügbar bleiben. Und nicht zuletzt in einer Form, die es der Gemeinde erlaubt, auch in Zukunft selbst über ihre Entwicklung zu bestimmen.

Der Ruf nach mehr staatlicher Beteiligung an Märkten wie dem Grundstücks- und Immobilienmarkt ist inzwischen von Seiten zu hören, die nun wirklich nicht unter Verdacht stehen, dem freien Markt auch nur im Geringsten kritisch gegenüberzustehen oder wahllos nach mehr staatlichem Handeln zu verlangen. So spricht etwa das internationale Beratungsunternehmen McKinsey & Company von einer "Renaissance des Staates" und fordert verstärktes staatliches Handeln und eine neue Regulatorik.

"Herrenlose" Grundstücke fallen aber nicht einfach so in den Schoß der Gemeinden. Ein Mindestmaß an Organisation und Verbindlichkeit muss vorhanden sein. Eine Arbeitsgruppe Flächenmanagement besteht idealerweise aus politischen und fachlichen kommunalen Entscheidungsträgern, die entsprechende Vorhaben reflektieren und die daraus resultierende Aufgaben zur Sicherung der Grundstücksflächen und Immobilien weiterleiten.

Der Einkaufsplan basiert im Idealfall auf einem kommunalen oder regionalen Entwicklungskonzept, also einem Masterplan, in dem solche Grundstücksflächen und Immobilien identifiziert sind, die kurz-, mittel- und langfristig strategisch für die Standortentwicklung relevant werden können. Das ist in vielen Gemeinden ganz einfach, weil es kaum mehr verfügbare Grundstücksflächen und Immobilien gibt.

Ein Beispiel, das in diese Richtung geht, ist Dornbirn. Die Finanzierung der Kauf-, Vorhalte- und Bereitstellungspolitik wird von der Stadt Dornbirn aus eigener Kraft bewerkstelligt. Das unternehmerisch aktive Flächenmanagement der Stadt wird dabei von allen im Rathaus vertretenen Parteien mitgetragen und ist mit einer klaren Strategie unterlegt.

Gesteuert wird das Flächenmanagement seit knapp 20 Jahren von einer Steuerungsgruppe bestehend aus den politischen Entscheidungsträgern (Bürgermeister, Vizebürgermeister) sowie den kommunalen Fachpolitiken (Stadtplanung, Finanzabteilung, Standort- und Gründerzentrum). Die operative Begleitung erfolgt durch das Standort- und Gründerzentrum, das ist die Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle der Stadt Dornbirn. Im Bereich der Gewerbeflächen ist damit auch eine integrierte und optimale Betreuung, Beratung und Unterstützung von ansiedelnden und bestehenden Unternehmen sichergestellt.