- © Ingo Bartussek/fotolia
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Wien.Wer soll das alles bezahlen? Am Ende der meisten politischen Debatten steht ja dann doch diese Frage. Und so wird es wohl auch bei der Klima- und Energiestrategie der Regierung sein. Die Einsparungsziele sind ambitioniert. Und sie sind vor allem alternativlos, will Österreich die Pariser Klimaziele erreichen. Der Weg zu diesen Zielen ist freilich noch unklar, er soll bis zum Sommer erarbeitet werden.

Klar ist: Der Gebäudesektor muss viel beitragen, der Energieverbrauch gesenkt werden und der Ausstieg aus der fossilen Energie beim Heizen gelingen. So steht es auch im ersten Entwurf der Klimastrategie. Doch was heißt das konkret für Vermieter, Mieter und Eigentümer? Wie hoch sind die Investitionen, um dieses Ziel zu erreichen? Und natürlich: Wer soll das alles bezahlen?

Die beliebteste Form des Wohnens ist in Österreich nach wie vor das Einfamilienhaus. Zählt man Gebäude mit zwei Wohnungen dazu, entspricht fast jede zweite Wohnung in Österreich dieser Wohnform. Das ist in diesem Zusammenhang bedeutsam, da hier der Energieverbrauch naturgemäß höher ist als in mehrgeschoßigen Bauten.

Aber auch von rechtlicher Seite ist es relevant. Auf den Genossenschaftsbereich entfällt etwa ein Sechstel aller Haushalte (genauer: Rechtsverhältnisse). Das wären viele Wohnungen, die man über das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz erreichen könnte. Allein, es ist nicht der große Hebel, wie Eva Bauer, die Leiterin des wohnwirtschaftlichen Referats im Verband der Gemeinnützigen Bauvereinigungen, vorrechnet: Die 16 Prozent Hauptwohnsitze erzeugen nämlich nur 9 Prozent des Energieverbrauchs im Wohnbereich und sorgen für 6 Prozent der CO2-Emissionen.

Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der Umwelt-NGO "Global 2000", bestätigt diese Kalkulation. Und die Erklärung ist naheliegend: Genossenschaftswohnungen sind fast immer Mehrgeschoßbauten, und mehr als 57 Prozent der Einheiten werden mit Fernwärme beheizt, auch wenn das nicht immer gleich "öko" ist, da etwa die Hälfte dieser Anlagen mit Erdgas betrieben werden.

Große Hebel bei Ölheizungen

Gänzlich anders sieht die Bilanz allerdings bei Ölheizungen aus. Die sind zwar nur bei rund 20 Prozent der Hauptwohnsitze die gewählte Wärmetechnologie, sorgen aber im Gebäudebereich für mehr als 50 Prozent der CO2-Emissionen. Der Hebel für Einsparungen ist also ein gänzlich anderer als bei Genossenschaftswohnungen.

Aber natürlich stellt sich die Frage auch hier: Was kostet der Umstieg, und wer soll das alles bezahlen? In der Klimastrategie der Regierung ist von einem "sozialverträglichen Umstieg" zu lesen. In einem ersten Schritt sollen 2020 Ölheizungen in Neubauten verboten werden. Niederösterreich hat ein solches Verbot bereits im Vorjahr beschlossen, andere Länder haben auch bereits in diese Richtung nachgedacht.