Gesetzlich ist dies eine Angelegenheit des Baurechts, daher ist es Ländersache. Das Umweltministerium will aber gemeinsame Linie koordinieren. Und das ist nicht nur beim Neubau nötig.

Das größere Problem ist ohnehin der Bestand an Ölheizungen. In Österreich sind es derzeit rund 700.000, wobei zuletzt etwa 20.000 pro Jahr stillgelegt wurden. Als der Ölpreis noch höher war, waren es etwas mehr. Bis 2030 will die Regierung den Bestand halbieren, Experten rechnen sogar mit einer etwas stärker notwendigen Reduktion, um die CO2-Ziele in diesem Bereich nicht zu verfehlen.

Mehr Umrüstungen notwendig

So oder so ist aber klar: Es werden künftig deutlich mehr als 20.000 Ölheizungen pro Jahr umgewandelt werden müssen, vielleicht sogar doppelt so viele. Im Klimaplan ist dieser zweite Schritt in Richtung Bestand mit 2025 terminisiert, fällt also in die nächste Legislaturperiode. Diese Regierung will jedenfalls keine Verbote, Ölkessel von alt auf neu zu tauschen. Es soll "keinen Zwang geben", heißt es aus dem Ministerium.

Dass es ohne ordnungspolitische Eingriffe gelingen wird, den Bestand deutlich rascher als bisher zu reduzieren, glaubt Wahlmüller von "Global 2000" jedoch nicht. Jedenfalls ist es aber leichter, den Umstieg zu organisieren, wenn eine Ölheizung am Ende ihrer Lebenszeit angelangt ist, als ein noch funktionierendes System umzuwandeln.

In beiden Fällen ist aber mit Zusatzinvestitionen zu rechnen. Denn Ölheizungen sind in der Anschaffung im Vergleich zu Biomasse, etwa Holz oder Pellets, sowie auch gegenüber Wärmepumpensystemen nach wie vor günstiger. Aber eben nur bei der Anschaffung. Zwar heizen die neuen Ölkessel effizienter, dennoch schneiden bei den reinen Energiekosten andere Systeme besser ab. Vor allem aber sind die Volatilitäten bei Öl und Gas hoch. Niemand kann sagen, wie sich diese Preise in den kommenden 20 Jahren entwickeln werden. Aus Sicht der Hauseigentümer gibt es also nicht nur Umweltgründe, sich von Öl und Gas zu verabschieden. Die höheren Anschaffungskosten für alternative Systeme sind und bleiben aber ein Hemmnis.

Politik will und muss fördern

Dazu kommt: Alte Ölheizungen können nicht immer so einfach durch ein anderes System ersetzt werden. Bei Wärmepumpen muss das Haus gut gedämmt sein, was wiederum Zusatzkosten bedeuten würde. Holz andererseits ist zwar eine erneuerbare Ressource, doch bei der Verbrennung entsteht Feinstaub, was in dichter verbauten Gebieten problematisch ist.

Andreas Müller von der Energie Economics Group der TU Wien weist darauf hin, dass auch Biomasse begrenzt ist. Grundsätzlich könne man zwar bestehende Systeme mit Öl recht gut auf Pellets umrüsten, es sei aber wenig sinnvoll, so Müller, wenn das Holz dann über große Distanzen transportiert werden müsse.