Bei der Murtalbahn spielt aber auch noch ein anderer Aspekt eine Rolle. Der Bezirk Murau, durch den der größte Teil der Bahn führt, ist einer der am stärksten von Abwanderung betroffenen Bezirke Österreichs. Der Lungau, durch den der zweite Teil der Strecke führt, ist wiederum Salzburgs einziger Bezirk mit einem negativen Bevölkerungssaldo. In den fünf Jahren, in dem die Anzahl der Fahrgäste um 3,6 Prozent zurückging, nahm die Bevölkerung im Bezirk Murau um 3,4 Prozent ab. Ein vergleichbarer Wert.

Attraktivere Bahn
gegen Landflucht

"Es ist eine Sache, mit der der Bezirk ziemlich kämpft", sagt Reiterlehner. "Es ist ein bewusster Versuch, durch die Sanierung der Bahn diesem Trend entgegenzuwirken." Die große Auflassungswelle bei den Regionalbahnen scheint generell vorbei zu sein. Schließungspläne gibt es kaum.

Eine Entwicklung, die Fahrgastvertreter Haibach begrüßt. Er fordert aber, den Fokus weg von aktuellen Fahrgastzahlen zu rücken. "Es bringt nichts, Entscheidungen anhand von aktuellen Fahrgastzahlen zu treffen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Potenzial zu analysieren", erklärt Haibach. Um das Potenzial dann auch zu heben, sei es freilich notwendig, Geld in die Hand zu nehmen, so Haibach.