Schengen

Wenige Monate nach dem EU-Beitritt trat Österreich auch dem Schengener Abkommen bei. Auf einmal gab es keine Grenzkontrollen mehr, zum Reisen in andere EU-Staaten war kein Pass mehr nötig, ab 2002 kam dann noch eine weitere Reiseerleichterung hinzu: In den meisten Mitgliedstaaten wurde der Euro eingeführt. Das hatte Folgen.

Die Zahl der durchgeführten Reisen hat sich seit 1995 fast verdoppelt, wobei davor die Menschen in etwa gleich oft im Inland wie im Ausland urlaubten. Nun ist das Verhältnis 2:1 zugunsten von Auslandsreisen. Anderswo ist es ähnlich, davon profitiert Österreich als Tourismusland. Im Jahr des Beitritts waren 24 Millionen Gäste auf Besuch, 2017 waren es bereits 43 Millionen. Herausragend ist das Wachstum für Wien von 2,7 auf zuletzt 7 Millionen Besucher. Allerdings bleiben die Urlauber immer kürzer.

Wirtschaft

Österreichs Wirtschaft hat sich seit dem Beitritt in vielerlei Hinsicht verändert. Sie ist gewachsen, das nominelle Bruttoinlandsprodukt hat sich mehr als verdoppelt (das reale BIP ist durchschnittlich um 1,85 Prozent jährlich gestiegen), der freie Handel hat die Exportquote von 33,5 auf weit über 50 Prozent ansteigen lassen. Zahlreiche Unternehmen haben die Wachstumschancen, nutzen können. Es waren vor allem Klein- und Mittelbetriebe, die sich durch den Wegfall von Hemmnissen internationalisieren konnten, was zuvor eher nur größere Unternehmen betraf. Allerdings hat auch der Wettbewerb deutlich zugenommen. Besonders stark war dies im Handel zu spüren.

Der Filialisierungsgrad hat zugenommen, vor allem aber sind nur mehr wenige österreichische Handelsketten in den Kernsparten Textil, Elektronik, Lebensmittel, Drogeriewaren, Baumärkte und Sportartikel verblieben. In Europa haben sich global agierende Unternehmen durchgesetzt.

In den 90ern kam es auch zu Liberalisierungen, etwa des Energiemarktes oder auch der Post. Andererseits hat die EU auch den Verbraucherschutz harmonisiert und ausgeweitet. Die Preise sind nach dem Beitritt deutlich langsamer gestiegen als davor. Jedoch: Die Kaufkraft nahm laut einer Studie des Wifo eher ab. Die Löhne stiegen also nicht so schnell wie die Preise. Wobei es immer auch auf den persönlichen Warenkorb ankommt. Versicherungen, Flugreisen und Telefonie wurden günstiger, Treibstoff wurde teurer. Bei Nahrungsmitteln gibt es Unterschiede. Bis auf Butter wurden etwa Milchprodukte günstiger gemessen am generell Preisanstieg, ebenso Schweinefleisch, Mineralwasser und Bier. Schokolade, Brot und Gebäck haben sich hingegen überdurchschnittlich entwickelt.