Folgen für die
politische Partizipation

Unbeabsichtigte Nebenwirkungen ergeben sich allerdings für die politische Partizipation. Die Bürger sind weniger zufrieden mit der Demokratie und gehen seltener zur Wahl und die Ungleichheit zwischen den Ortsteilen nimmt zu. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Schweizer Studien.

Daraus kann nicht der Schluss abgeleitet werden, dass Gemeindefusionen grundsätzlich und immer abzulehnen sind. Alternativen wie interkommunale Kooperationen oder Verwaltungsmodernisierungen (Stichwort: E-Government) können ebenso erwünschte Einsparungseffekte erzielen und dabei die Eigenständigkeit von Gemeinden erhalten, sofern es keine Mehrheit für einen Zusammenschluss gibt. Bei jedweden Fusionsbestrebungen müssen sich zuallererst die Bürgermeister und Gemeindemandatare der fusionswilligen Gemeinden über Gründe und Motivation einig sein. Ansonsten ist der komplizierte Fusionsprozess wahrscheinlich schon vor Beginn zum Scheitern verurteilt. Denn unabdingbar ist, dass auch die Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozess eingebunden werden. Und dafür bedarf es einer objektiven und nachvollziehbaren Information, damit nicht falsche Erwartungen geweckt werden. Letztlich sollen doch die Bürgerinnen und Bürger über die Organisationsstrukturen entscheiden können, die ihre unmittelbaren Lebensverhältnisse betreffen.

Mit diesem Hintergrund soll man eine Gemeindefusion auf breiter Basis diskutieren, Für und Wider abwägen und mit kommunalen Kooperationen erste tiefergehende Schritte der Zusammenarbeit erproben, bevor der endgültige Beschluss zum freiwilligen Zusammenschluss erfolgt.

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