Jenseits der Grenze nach Österreich werde man ebenfalls profitieren, glaubt Pammer. "Viele fahren heutzutage lieber Mountainbiken ins Mühlviertel als ans Meer." Alfred Hartl (ÖVP), Bürgermeister von Bad Leonfelden in Oberösterreich, hofft ebenfalls, dass Budweis zu einem Motor für die touristische Entwicklung wird. "Mit dem Airport wird das Mühlviertel beflügelt." Schon jetzt sei Bad Leonfelden eine aufstrebende Tourismusgemeinde mit 150.000 Nächtigungen pro Jahr.

Sobald wie geplant 2024 die Schnellstraße S10 von der Grenze nach Budweis ausgebaut ist, werde man mit dem Auto auch schneller in Budweis als am Flughafen Linz-Hörsching sein. Letzterer ist etwa 45 Minuten entfernt. Nach Wien-Schwechat, Österreichs größtem Flughafen mit rund 24 Millionen Passagieren, braucht man laut Hartl fast zweieinhalb Stunden.

Auch von Gmünd im nordwestlichen Waldviertel ist Budweis um einiges schneller erreichbar als Wien-Schwechat oder Linz. Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) kann dem Flughafen daher einiges abgewinnen, weil er zum Beispiel nah gelegene Arbeitsplätze schafft. Rosenmayer fürchtet allerdings, "dass es Fluglärm geben wird".

Preiskampf bei Flughafentaxen

Der Flughafen Linz-Hörsching, der 2016 aufgrund der Terrorangst Einbrüche von bis zu 30 Prozent bei den Flügen in die Türkei und Nordafrika durchlebte und nur mehr etwa halb so viele Fluggäste wie 2008 zählt, hat vermutlich mehr zu fürchten. Mittlerweile erhole sich die Situation zwar wieder, sagt Sprecher Ingo Hagedorn, Bei einer Fluggastzahl von rund 400.000 im Vorjahr sei Linz immer noch um einiges größer als der geplante Flughafen Budweis - falls Letzterer jedoch ähnliche Ziele anfliegt, sei er freilich schon ein Mitbewerber. Und Linz fliegt ebenfalls in die klassischen Mittelmeerländer (Charter), aber auch nach Frankfurt, Düsseldorf oder Palma de Mallorca.

Vor allem der Kampf um das billige Fliegen könnte jedoch ein harter werden. In der Luft könne man als Fluglinie kaum noch günstiger werden - der Preiskampf entscheide sich daher auf dem Boden, sagt Pammer. Und hier "werden wir bei den Flughafengebühren deutlich unter den deutschen und österreichischen Flughäfen liegen". Zudem sei von Gratisparken bis -shuttles einiges möglich. Hagedorn bleibt dennoch gelassen. "Der Anteil der Flughafengebühren und Taxen am Gesamtpreis ist nicht so hoch", sagt er, "außerdem brauchen Billigfluglinien ein hohes Passagieraufkommen." Ob Budweis das erfüllen kann, werde sich erst zeigen.