Etwa Brennstoffzellen mit Wasserstoff, da steht die Entwicklung aber erst relativ am Anfang. "Sie werden auch 2030 noch keine wesentliche Rolle spielen und bis dahin maximal fünf Prozent Marktanteil haben", erklärt Eichlseder. Denn natürlich müsste auch für Wasserstoff eine Infrastruktur aufgebaut werden. "Das wird seine Zeit dauern", sagt der Wissenschafter. Aktuell gibt es in Österreich vier Wasserstofftankstellen für die bisher 20 angemeldeten Wasserstoff-Pkw. Dazu kommt, dass die Wasserstoff-Gewinnung sowie die Brennstoffzellen noch nicht wettbewerbsfähig sind.

Förderungen für Gemeinden

Das batteriebetriebene Auto ist da schon einige Schritte weiter. Die Ladeinfrastruktur ist in Österreich schon gut ausgebaut und wird weiter gefördert. Aktuell läuft die Bundesförderung für Ladestationen im Rahmen des 72 Millionen Euro schweren E-Mobilitätspakets. Dabei bekommen Unternehmen zwischen 200 und 10.000 Euro für die Einrichtung einer öffentlichen Ladestation.

Auch die Länder lassen sich beim Ausbau der Ladeinfrastruktur nicht lumpen. Wien möchte bis 2020 eintausend neue E-Ladestationen errichten. Niederösterreich möchte bis zu diesem Jahr einen Anteil von fünf Prozent an E-Autos haben und fördert dafür Private, Betriebe und Gemeinden beim Autokauf und bei der Installierung von Ladeinfrastruktur.

Besonders generös sind die westlichen Bundesländer. Tirol fördert E-Ladestationen bei Tourismus- und Freizeiteinrichtungen sowie Einkaufszentren mit bis zu 5000 Euro, Vorarlberg subventioniert Gemeinden die Errichtung von Ladestationen sogar mit bis zu 7000 Euro. Salzburg wiederum möchte mittels einer Drittelfinanzierung von Land, der Salzburg AG und Gemeinden jede Kommune des Bundeslandes mit zumindest einer Ladestation versorgen.

Einer anderen Antriebstechnologie, die schon länger auf dem Markt ist, haben die E-Autos inzwischen den Rang abgelaufen: Erdgasautos. In Österreich gibt es gegenwärtig nur rund 5000 solcher Fahrzeuge, wobei Hybridvarianten hier eingerechnet sind. Das sind nur etwas mehr als 0,1 Prozent aller Pkw.

Dieses Schattendasein fristen die Erdgasautos nicht ganz zu Recht, findet TU-Graz-Forscher Helmut Eichlseder: "Erdgas ist eine sehr reizvolle Übergangsvariante, vor allem, wenn man es aus regenerativer Energie bereitstellt." Damit ist Biogas gemeint, also Erdgas aus nachwachsenden Rohstoffen oder deren Abfällen. "Es ist eine unterschätzte Technologie, weil der Gesetzgeber per Definition sagt, Strom ist CO2-emissionsfrei", erklärt Eichlseder. Was mit Blick auf die Stromproduktion aber nicht zwangsläufig stimmt.

Erdgas wächst nur langsam

Dennoch sind die Bestandszahlen bei reinen Erdgasautos seit 2015 rückläufig. Erdgas-Hybridautos weisen zwar leichte Zuwächse auf, bei weitem jedoch nicht auf dem Niveau der E-Autos. Was jedenfalls absehbar ist: Das Ziel für das Jahr 2020 - resultierend aus der Energiestrategie 2010 - mit mehr als 200.000 Erdgasautos wird sich ziemlich sicher nicht ausgehen. Dabei wird auch diese Antriebsart von Bund und Ländern gefördert. Zwar nicht so stark wie E-Autos, allerdings sind Erdgasfahrzeuge in der Anschaffung billiger als ihre strombetriebenen Kollegen.

Mit 160 Tankstellen mit Erdgas-Zapfsäule in ganz Österreich ist die Infrastruktur für diesen Kraftstoff allerdings noch deutlich dürftiger als für Strom, für den es aktuell österreichweit 932 Ladestationen gibt. Gerade in abgelegeneren Regionen ist die Versorgung mit Erdgas-Tankstellen dünn. Zum Vergleich: Die Zahl herkömmlicher Tankstellen für Benzin und Diesel betrug Ende 2017 in ganz Österreich 2685. Aufgrund der vielfältigen Förderung für Elektroautos wird, im Gegensatz zu den Erdgas-Autos, aus dem E-Hype vielleicht aber doch noch einmal ein Trend.

Diskutieren Sie mit! Entweder unter www.wienerzeitung.at/stadtland oder

kommunal@wienerzeitung.at