Grundwasser ist die wichtigste Quelle für Trinkwasser in Österreich. Aus welchen Quellen es sich speist und wie sich Qualität und Wasserhaushalt entwickeln, wird von Fachleuten des Umweltbundesamtes seit mehr als 30 Jahren umfassend analysiert. Ein nicht versiegender Datenschatz für die nachhaltige, dem Klimawandel angepasste Bewirtschaftung von Wasserressourcen. Für zahlreiche Nutzer wie Universitäten, Ziviltechnikbüros oder öffentliche Institutionen sind diese Wasserdaten eine wichtige Arbeitsgrundlage. Sie liefern wichtige Erkenntnisse für die wasserwirtschaftliche Planung, für Umweltüberwachung und Klimaforschung.

Egal ob es um den Nachweis menschlicher Einflüsse auf das Grundwasser geht oder klimabedingte Veränderungen des Wasserkreislaufs untersucht werden - die Wasserstoff- und Sauerstoff-Isotope im Wasser liefern Antworten auf zahlreiche wissenschaftliche und praktische Fragestellungen. Diese Isotope sind Bestandteile des Wassermoleküls H2O und führen aufgrund ihrer unterschiedlichen Massen zu unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften.

Die Zusammensetzung der Wassermoleküle, die sich im natürlichen Wasserkreislauf verändert, bewirkt, dass Niederschläge, Oberflächen- und Grundwässer charakteristische "Isotopen-Fingerabdrücke" besitzen. Diese individuelle Note ermöglicht Rückschlüsse auf regionale und lokale Gegebenheiten des Wasserkreislaufs, die Verweilzeiten von Grundwasser im Untergrund oder auf Einzugsgebiete von Quellen.

So verrät die Isotopen-Zusammensetzung des Grundwassers in Donaunähe zum Beispiel, ob es sich dabei um Reservoirs aus lokalen Niederschlägen oder um versickertes Oberflächenwasser handelt. Bei Quellen in alpinen Gebieten lässt sich damit besser eingrenzen, in welcher Höhe Niederschläge versickern. Zusammen mit anderen Wasserdaten helfen diese Informationen dabei, Einzugsgebiete und Schutzzonen für Grund- und Quellwasser abzugrenzen oder bei Schadstoffeinträgen rasch Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

In Österreich werden bereits seit Beginn der 1960er Jahre Isotopenmessungen im Niederschlag vorgenommen. Ein landesweites Messnetz nahm 1973 seinen Betrieb auf. Später kamen Oberflächengewässer- und Grundwassermessstellen hinzu. Die Ergebnisse der Isotopenmessungen sind in der Wasser-Isotopenkarte Österreichs zusammengefasst, aufbereitet und öffentlich zugänglich gemacht. Ergänzend dazu ist ein neuer Textband erschienen, in dem die Isotopenverhältnisse im Niederschlag sowie in den heimischen Oberflächen- und Grundwässern erklärt werden.