- © Gemeinde Dalaas
© Gemeinde Dalaas

Wer an das amerikanische Dallas denkt, hat vermutlich Wolkenkratzer, das Restaurant "Ritz Carlton" oder das größte Opernhaus der Welt im Kopf.

Dallas ist die neuntgrößte Stadt der USA und die drittgrößte im Bundesstaat Texas. Hier spielt sich die gleichnamige US-amerikanische Fernsehserie "Dallas", eine der weltweit erfolgreichsten Seifenopern, ab. Mit der buchstäblich leicht veränderten 1590-Einwohner-Gemeinde Dalaas in Vorarlberg hat das nichts zu tun.

Dalaas umfasst die beiden Ortschaften Dalaas und Wald am Arlberg und ist der Hauptort des alpinen Klostertales in Vorarlberg. Urkundlich wurde die Gemeinde erstmals im Jahr 1303 unter dem Ortsnamen "Talaus" erwähnt, und sie entwickelte sich aus einer schon um 1300 bestehenden Bergwerksiedlung.

Eine Vorarlbergkarte aus dem Jahr 1783 notiert den Ort abweichend zu heute mit der Schreibweise "Talas" und spricht die Gemeinde dem Herrschaftsgebiet Sonnenberg zu. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern und anschließend wieder zu Österreich. Dalaas ist seit der Gründung des Vorarlberger Landtags 1861 im Besitz des österreichischen Bundeslands Vorarlberg.

Alemannische Volksgruppe

Der Ort war durch die Alp- und

Maisäßwirtschaft ständig besiedelt. Dies wurde im Mittelalter durch den Bergbau im Kristberggebiet gefördert. Zu den wichtigsten Besiedlern des Klostertales gehörten die Walser, eine alemannische Volksgruppe. Sie waren für die Kultivierung des Klostertales verantwortlich. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts entdeckten Bergwerksleute Silber am Vorarlberger Kristberg. In Folge wurde dadurch der Erzbau verdrängt, und die Silberbergwerke im Klostertal erlebten einen Aufschwung. Erst als im 17. Jahrhundert weitaus billigeres Silber aus Amerika auf den Markt kam, stellten die Silberbergwerke ihren Betrieb ein.

Nach dem Bau der Arlbergstraße konnte Dalaas als Post- und Fuhrhaltestation im Jahr 1820 wieder spürbaren Nutzen für sich ziehen. Knapp 30 Betriebe mit ungefähr 300 Stück Rindern bewirtschafteten außerdem die landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Gemeinde. Da jedoch außer den Alpweiden kaum ein Zehntel des Gemeindegebiets für die Landwirtschaft nutzbar war, mussten die Bürger nach einer anderen Existenzbasis suchen.

Viel Wald und die Alpen

So wurden die Verdienstmöglichkeiten bei den ÖBB, im Tourismus sowie in den Handwerks- und Handelsbetrieben der Gemeinde genutzt. Heute sind 28,4 Prozent der Gemeindefläche bewaldet, und rund 35,6 Prozent sind Alpen. Der Ort ist nun eine Mischung aus traditionellen Klostertaler Häusern und alpiner Architektur. In der Gemeinde sind 17 aktive Wildbäche registriert. In den vergangenen Jahrhunderten entstanden immer wieder Schäden durch Hochwasser, Vermurungen und Lawinenabgänge aus den zahlreichen "Tobeln und Lawinenbahnen". Deshalb werden seit Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Schutzverbauungen zur Sicherung des Siedlungsraumes und der Verkehrswege durch die Wildbachverbauung errichtet.

Die zu Dalaas zugehörige Gemeinde Wald am Arlberg gilt als Sonnenbalkon, da die meisten Häuser südseitig an einem Hang liegen. Auf der Nordseite von Wald am Arlberg eröffnet sich die "Sonnenkopf"-Skiarena mit Abfahrten bis ins Tal. Das Gebiet wird besonders von jenen Skifahrern, die den Tiefschnee lieben, genutzt.

Beim Ort Dalaas in Vorarlberg kann keine Verknüpfung zu Dallas, einer von elf Weltstädten der USA, noch zu einer Seifenoper gefunden werden. Eine Verbindung zu Amerika lässt sich lediglich durch den Import von Silber im 17. Jahrhundert begründen.