- © LBS Redl/Luftbild Redl/picturedesk.com
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Wien. In die Debatte um die geplante Neugestaltung des Areals Eislaufverein (WEV), Hotel Intercontinental und Konzerthaus, auch bekannt als Heumarkt, steigt nun auch der langjährige Pächter WEV ein. Man werde vom Investor und Grundstücksbesitzer Wertinvest für seine Pläne zu Unrecht instrumentalisiert, so der Vorwurf. Weiters würden die vom Investor vorgelegten Pläne "gravierende" Mängel aufweisen. Auf diesen sei etwa nicht ersichtlich, wo die Grenze zwischen öffentlichem Bereich und WEV gezogen werden soll.

Obwohl zwischen dem WEV und Wertinvest bereits Verhandlungen stattfanden, die auch zu einer Vereinbarung führten, scheint man aufseiten des WEV mittlerweile das Vertrauen in den Investor verloren zu haben. "Wir sind vorsichtig geworden", sagt Peter Menasse vom WEV. Andere Stimmen sprechen von einer Doppelstrategie des Investors, mit der dieser ausschließlich seine eigenen Interessen durchsetzen will.

Denn, ob der geplante Umbau - bei dem vor allem eine Erhöhung des Hotels Intercontinental sowie der Bau eines 73 Meter hohen Turms mit Luxuswohnungen vorgesehen ist - tatsächlich verwirklicht werden kann, steht noch nicht fest. Für die Umsetzung braucht es schließlich noch den positiven Ausgang des Flächenwidmungsverfahrens. Und auch die für Weltkulturerbefragen zuständige Unesco wird noch ein Wörtchen mitreden. Diese steht dem Turm bekanntlich sehr kritisch gegenüber. Dass sich hier eine kritische Stellungnahme durchaus auf das Bauvorhaben auswirken kann, zeigte auch die Debatte um die Überbauung des Bahnhofs Wien-Mitte, der sich in unmittelbarer Nähe zum Heumarkt befindet. Letztendlich musste dort der geplante 97 Meter hohe Büroturm zugunsten eines U-förmigen Gebäudekomplexes mit einer Höhe von 70 Meter fallen gelassen werden.

Das derzeitige Verfahren des Flächenwidmungsplans für den Heumarkt dreht sich um die Frage, ob die bestehende Widmung (derzeit: 10 Meter) der Fläche für den geplanten 73 Meter hohen Turm um das Siebenfache erhöht werden soll. Sollte der Gemeinderat dafür stimmen, müssten für die Realisierung des Turms in weiterer Folge 1000 Quadratmeter von der Eisfläche des WEV abgezwickt werden.

Eisfläche statt Straße


Damit die Eisfläche des WEV aber weiterhin ihre Größe von 6000 Quadratmeter behalten kann - einer Verkleinerung würde der WEV nicht zustimmen - will sich der Investor die fehlenden 1000 Quadratmeter vom öffentlichen Raum holen. Nach den derzeitigen Plänen würde man die Eisfläche in Richtung Lothringerstraße ausdehnen. Diese müsste dann ihrerseits ebenfalls verlegt werden.