Der aktuelle Vertrag läuft noch bis 2020

Laut Statistik Austria wird Wien das stärkste Bevölkerungswachstum aller Bundesländer haben. In sechs Jahren soll die Bevölkerungszahl der Bundeshauptstadt die Zwei-Millionen-Marke überschreiten. "Das wird eine Herausforderung. Mit unseren Projekten versuchen wir, rurale Gebiete für Menschen attraktiver zu machen und sie zu ermutigen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen", sagt Marek und zieht sein schwarzes Sakko zurecht. Nicht nur Landwirtschaft und Bauwesen sollen erforscht werden, die Transition Base soll als Plattform für Ausstellungen, Lehrgänge und zum Netzwerken dienen. Konzepte für Städte von Morgen sollen hier ausprobiert werden. Das Ganze hat die Form einer Zwischennutzung - der aktuelle Vertrag mit der Aspern Development AG läuft bis 2020.

Schlechter Ruf und Gerüchte

Die Vienna Transition Base hat mit Gerüchten und Falschinformationen zu kämpfen. In der Seestadt gelten sie als moderne Hippies. Eine Reportage für die ORF-Sendung "Am Schauplatz" ist auch auf das Projekt eingegangen, konnte jedoch kein besseres Licht darauf werfen. Im Gegenteil. Es wurde im Beitrag behauptet, dass ihnen von der Stadt Wien eine Nutzungsfläche von zwei Hektar gratis zur Verfügung gestellt worden sei. In Wahrheit sind es 7000 Quadratmeter die ihnen, in Form eines Leihvertrages von den Stadtentwicklern (Aspern Development AG), zur Verfügung gestellt werden.

"Im ORF-Beitrag über uns wurde fälschlicherweise gesagt, dass uns die Stadt Wien finanziert. Dem ist nicht so. Wir finanzieren uns durch Mitgliedsbeiträge, Crowdfundings, Projektpartnerbeiträge und Eigenkapital", sagt Marek. Manchmal müssen sie auch da Alternativen erproben. Ein Finanzierungsversuch über Crowdfunding starteten die Projektteilnehmer im Sommer. Der Fundingbetrag von 11.000 Euro floss die Winterküche, Baumsicherungsmaßnahmen und Installationen.

Vieles vom Baummaterial haben sie geschenkt bekommen, beispielsweise Holzpaletten für das Recyclinghaus, dessen Zweck noch unbekannt ist. Aber das Ziel ist bekannt. Die lokale Selbstversorgung und eine emanzipierte Lebensführung wollen die Projektteilnehmer durchsetzen. "Wir sind keine Hippies. Uns geht es darum, den Menschen zu zeigen, was sie alles selbst machen und schaffen können", sagt David Marek.