"Es handelt sich um die höchste Schutzwirkung, die es gibt. Eine Umwidmung wird es sicher nicht geben", heißt es aus dem Büro von Ottakrings Bezirksvorsteher Franz Prokop (SPÖ).

Auch bei der MA21, die für die Stadtteilplanung und Flächennutzung zuständig ist, erklärt man, dass eine Umwidmung von SwwL in Bauland "höchst unrealistisch" sei. Es gebe keinen vergleichbaren Fall, wo so etwas passiert sei. Der Versuch einer Umwidmung würde abgelehnt werden.

Laut dem der "Wiener Zeitung" vorliegenden Grundbuchauszug ist der Grund, der verkauft werden soll, Teil einer Gesamtfläche von insgesamt 10.709 m². An dieser Gesamtfläche besitzen mehrere Personen Anteile. Darunter befindet sich auch die Inhaberin des "Heurigen Hermann", der etwas unterhalb des "Heurigen Binder" liegt. Zum Verkauf und zu möglichen Auswirkungen auf ihren Betrieb will sich die Inhaberin auf Anfrage nicht äußern. Dafür bezog der mit dem Verkauf des Objekts beauftragte Makler Stellung.

"Umwidmung wird es keine geben. Das wird kein Wohnprojekt", sagt Immobilientreuhänder Marian Haager. Dass 1,7 Millionen Euro ein stolzer Preis für ein 6200m² großes Heurigengrundstück sei, verneint er. Das Objekt sei ein "Juwel". "Mich hat gerade erst eine Frau angerufen, die gefragt hat, warum das Grundstück so billig verkauft wird." Derzeit gebe es wegen geringfügigen baulichen Ergänzungen ein Verfahren vor der Baubehörde: "Für den Abschluss eines Kaufvertrages werden die Auflagen noch erfüllt."

Nähere Details sind bisher noch nicht bekannt. Wie es mit dem Objekt weitergeht, scheint derzeit also noch ungewiss. Die Verkaufsanzeige war am Freitag online nicht mehr auffindbar.

Änderung der Bauordnung

Unterdessen soll es künftig schwieriger werden, Bauten wie das aus der Gründerzeit stammende Ottakringer Landhaus niederzureißen. Die Initiative Denkmalschutz hatte nach dem Abbruch kritisiert, dass die Stadt Wien keine Schutzzone für das Haus erlassen hat. Eine Schutzzone sei geprüft worden, erklärte die für Architektur und Stadtgestaltung zuständige MA19 gegenüber dem ORF. Doch sei diese im Sinne der Wiener Bauordnung leider nicht gegeben gewesen.

Die Stadt Wien sieht bei Fällen wie dem Landhaus eine Lücke im Gesetz. Mit einer Novelle soll diese geschlossen werden. Im Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou schlägt man vor: Der Abbruch eines Gebäudes, das vor 1945 errichtet worden ist, aber außerhalb einer Schutzzone liegt, soll künftig nur nach Vorlage bei der MA19 möglich sein.