"War damals nicht glücklich"

"Ich war damals mit meinem Leben aber nicht glücklich", erzählt C. Sie und ihre Schwester hätten daher beschlossen, die Heimat zu verlassen. Über eine Freundin sei sie an einen Mann geraten. Der habe ihr erzählt, dass er sie ins Ausland bringen könne. Dort könne man etwa legal als Kellnerin oder Masseuse arbeiten.

Dem Mann habe man auf sein Verlangen hin einige Dokumente per Post geschickt, damit dieser ihnen ihre Visa besorgen könne. Laut Anklage soll es sich bei diesen Einreisedokumenten um Fälschungen handeln. "Ich weiß nicht, was das für ein Visum war", meint C.

Einem anderen Mann habe man rund 9000 Euro für die Visa-Kosten und den Flug überwiesen. Ihnen sei erzählt worden, dass man in Europa viele tausend Euro monatlich verdienen werde. Um mehr habe sie sich nicht gekümmert. "Sie haben das viele Geld gesehen und haben sich gedacht: ‚Ja, das mache ich‘?", fragt Hahn. "Ja", sagt C.

2010 sei sie mit ihrer Schwester nach Wien gekommen. Dort sei man in eine Wohnung gebracht worden, in der sich einige Mädchen befunden hätten - unter anderem eine der anderen Angeklagten. Alsbald sei ihnen klar geworden, dass die Mädchen in der Wohnung der Prostitution nachgehen. Von H. seien auch sie zur Sexarbeit gezwungen worden, so C. H. habe ihnen ihr Geld und ihre Pässe abgenommen. "Er hat gesagt, dass wir ihm Geld schulden und das abarbeiten müssen."

"Wir standen in einer Reihe. Die Männer haben sich dann eine ausgesucht", schildert sie. Das Geld sei immer an eine der angeklagten Frauen übergeben worden. Sie selbst habe nichts davon gesehen. Nach einem Monat sei es ihnen gelungen, zu fliehen.

Vorwurf gegen Dolmetscherin

C. arbeitet derzeit als Prostituierte. Zum Vorwurf, dass sie selbst Menschenhandel betrieben haben soll, meint sie: "Ich habe Fremden Hilfe gewährt. Ob das strafbar ist, weiß ich nicht." Auch andere Details bleiben noch etwas im Dunklen. Zudem tut sich die chinesische Dolmetscherin mit der Übersetzung mancher Passagen ins Deutsche sichtlich schwer.

Eine Verteidigerin, die Chinesisch spricht, wirft ihr gar vor, unkorrekt zu übersetzen. Ein anderer Verteidiger will die Übersetzerin wiederum als Zeugin vernehmen lassen, weil sie bei der Polizei etwas falsch übersetzt haben soll.

Die Verhandlung wird am Dienstag fortgesetzt - ein Urteil wird für Ende März erwartet.