70 Jahre Wiener Festwochen - aber der Start mit einem Konzert auf dem Rathausplatz findet ohne Publikum statt. Die Corona-Pandemie lässt es nicht anders zu - und auf die Öffnungsschritte muss auch das größte Wiener Theater- und Musikfestival noch warten.

Die Zuschauer können an der Eröffnung als nur via Fernsehen teilhaben. Ab 21.20 Uhr wird es auf ORF 2, 3sat und https://orf.at übertragen. Neben musikalischen Beiträgen von Mira Lu Kovacs, Die Strottern, Federspiel oder Ernst Molden gibt es auch einen "Festzug", den der heimische Tanzstar Florentina Holzinger gestalten wird. Unterstützung erhält sie von Sängerin Soap&Skin.

Eigentlich hatte Intendant Christophe Slagmuylder geplant, das Festival von 14. Mai bis 20. Juni stattfinden zu lassen. Doch da machte die Pandemie einen Strich durch die Rechnung. So gibt es vorerst "Visual Arts" von Maria Hassabi in der Secession und Podcast, ehe am 8. Juni die Reihe der szenischen Produktionen mit René Polleschs "Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer" beginnt.

Die Festwochen finden heuer in zwei Teilen statt. Der erste geht von 3. Juni bis 30. Juli, der zweite dann von Ende August bis Ende September. Auf dem Spielplan stehen 34 Produktionen, davon zwölf Weltpremieren. Geboten wird die gewohnte Kombination aus Theater, Tanz, Musik und Performance sowie zwei Ausstellungen in der Secession und der Kunsthalle.

Für die Besucher gilt die "Genesen-getestet-geimpft"-Regel, die Karten werden personalisiert. Im Hof des Museumsquartiers wird eine eigene Teststraße für Besucher eingerichtet.

Situation ist "beängstigend" und "befreiend"

"Die gegenwärtige Situation ist so beängstigend wie befreiend. Welche Lehren wird die Gesellschaft daraus ziehen? Kehren wir danach zurück zu einer Normalität, in der vieles falsch lief, was uns die Krise wie in einem Brennspiegel zeigte? Werden wir zumindest einen partiellen Neustart wagen? Kann das überhaupt gelingen? Ich habe darauf auch keine gültigen Antworten", sagte Slagmuylder im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Auf der Festwochen-Homepage heißt es: "Um Unvorhersehbares anzunehmen, um Perspektiven zu erweitern, brauchen wir Künstlerinnen und Künstler."

Das 70-Jahr-Jubiläum wird durch die Pandemie zur Herausforderung. Das Bestehen könnte als Zeichen für eine beginnende Normalisierung der Kulturszene gewertet werden. (red)