Auch ein Stück
Lebensqualität

Nun kommt ein zweites Mal die unglaubliche Nachricht, dass die Printausgabe der "Wiener Zeitung" eingestellt werden soll. Ein unglaublicher Kahlschlag in Österreichs ohnehin nicht gut bestellter Medienlandschaft!

Als langjährige Leserin der Zeitung habe ich das Abo, welches bereits meine Großmutter und mein Vater hatten, natürlich weitergeführt. Die "Wiener Zeitung" nach getaner Arbeit im Fauteuil gemütlich zu lesen, bedeutet auch ein Stück Lebensqualität. Nicht jeder hat Spaß daran, sich auch noch für das Zeitunglesen vor den Computer zu setzen oder am Smartphone zu suchen. Auch sollte einmal die "Nachhaltigkeit" unserer digitalen Welt einer objektiven Analyse unterzogen werden.

Brigitte Ziegler-Hanak,

per E-Mail

Kennt man denn die
eigene Zeitung nicht?

Vielleicht liest in den oberen Herausgeberetagen niemand die "Wiener Zeitung", sonst müsste dort das Erscheinen einer der besten Tageszeitungen Österreichs in Form des täglichen Printmediums unbedingt verteidigt und die Einstellung verhindert werden.

Isabella Stift,

5020 Salzburg

Wertvoll und einfach
nicht zu ersetzen

Ich habe die Reaktionen der Leser abgewartet und sehe in den Leserbriefen, dass dort alle Argumente gegen die Abschaffung der gedruckten Tageszeitung vorgebracht werden. Und so hoffe ich, dass sich doch noch alles zum Guten wendet und wir Älteren weiterhin "unsere ‚Wiener Zeitung‘", ein in jeder Hinsicht wertvolles, nicht zu ersetzendes Produkt, in Händen halten können.

Dr. Christel Hirn,

per E-Mail

Trauer, Wut und ein
bisschen Hoffnung

Ich bin unendlich traurig! Gibt es das wirklich in der angeblichen "Kulturnation"? Eine mehrhundertjährige, qualitätsvolle, keine politische Richtung vertretende Tageszeitung umzubringen, das macht mich wütend und traurig. Ein bisschen hoffe ich noch. Bitte nicht aufgeben!

Dr. Mag. Franz Kotrba,

2352 Gumpoldskirchen

Ein weiter Blick auf Gesellschaft und Politik

Es ist wirklich bedrückend zu hören, dass die "Wiener Zeitung" nicht mehr als Tageszeitung erscheinen soll. Nicht nur, weil sie die älteste ihrer Art weltweit ist, sondern vor allem, weil immer angenehm zu merken war und ist, dass die Redaktion sich nicht nur einer bestimmten Gesellschaftsgruppe verpflichtet fühlt. Es geht weder um rein wirtschaftliche Interessen noch um eine politische Richtung, die bestimmte Ansichten nicht zulässt. Vielmehr war zu spüren, dass die Redakteurinnen und Redakteure ihrem Herzen freien Lauf ließen und geschrieben haben, wie es unvoreingenommene Menschen eben tun.

Das in Form einer ganzen Zeitung lesen zu können, ist leider eine Seltenheit, und wir werden sie vermissen. Es ist nur zu hoffen, dass die Journalisten sich ihre Unabhängigkeit bewahren.

Raphael Siebert,

per E-Mail

Die "Wiener Zeitung"
als Unterrichtsmittel

Ich bin eine langjährige Leserin der "Wiener Zeitung" und schätze die Qualität der Berichterstattung, vor allem die ausführlichen Hintergrundinformationen zu aktuellen Themen und die Vielfalt der (Gast-)Kommentare.

Ich hoffe sehr, dass für diese traditionsreiche Zeitung doch noch eine Lösung für die tägliche Printversion gefunden wird. Man könnte zum Beispiel die Schulen mit Abos ausstatten als Basis für den Unterricht in politischer Bildung und Medienkompetenz. Da die Zeitung dem Staat gehört, der einen Bildungsauftrag hat, käme es auch zu keiner Bevorzugung eines privatwirtschaftlichen Medienunternehmens.

Michaela Unger,

per E-Mail

Was unserer Gesellschaft
leider wichtiger ist

Als langjährige Leserin der "Wiener Zeitung" möchte ich mich für die Qualität und Ausrichtung des Blattes herzlich bedanken. Ich werde die Lektüre, besonders an den Wochenenden, schmerzlich vermissen. Es stimmt traurig und bedenklich, dass in unserer Gesellschaft Kultur, Politik, Wirtschaft meist verkürzt oder gar nicht dargestellt werden. Es scheint wichtiger, die Vornamen von Popstars zu wissen, als den Versuch zu unternehmen, Zusammenhänge zu verstehen.

Christa Salcher,

per E-Mail

Zum Interview von Daniel Bischof, 30. September

Rufschädigende Behauptungen über die Muslimische Jugend

In dem Interview brüstet sich der italienisch-amerikanischen Forscher Lorenzo Vidino, dessen umstrittener Bericht aus dem Jahre 2017 ein Grundlagendokument der "Operation Luxor" ist, damit, in den 20 Jahren seiner Arbeit noch nie verklagt worden zu sein. Eine qualitative Analyse, die die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) über den Bericht vorlegte, zeigt, dass die Arbeit unvollständige und irreführende Zitate enthält und damit wissenschaftliche Standards nicht erfüllt.

Über die MJÖ behauptet Vidino, dass sie "starke Verbindungen zu Menschen, die von den Muslimbrüdern beeinflusst sind" habe, und verortete die MJÖ deswegen "ideologisch" in diesem Milieu. Auch wenn er im Wesentlichen nicht mehr sagt, als dass die MJÖ Kontakt zu Menschen habe, die wiederum Kontakte zu Personen aus der Muslimbruderschaft hätten, so blieb dennoch hängen, dass es eine Verbindung der MJÖ zur Muslimbruderschaft gäbe.

Die MJÖ ist gegen diese falsche, rufschädigende Aussage immer wieder erfolgreich gerichtlich vorgegangen. Ein Vorgehen gegen Lorenzo Vidino war aber von vorneherein nicht möglich, weil er seinen Wohnsitz in den USA hat, womit eine Klage in Österreich praktisch unmöglich ist.

Wenn Lorenzo Vidino unbedingt seine Behauptungen von einem Gericht bewertet sehen will, verweisen wir auf das Oberlandesgerichts Graz, das in seiner Beweiswürdigung zum Ergebnis gekommen ist, dass die "unter
anderem auf der Vidino-Studie und Nachgesagtem aufbauende Einschätzung im Gutachten Scholz/Heinisch" (der inzwischen abgesetzten Gutachter Heiko Heinisch und Nina Scholz) als Beweismittel ungeeignet sind.

Hager Abouwarda,

Bundesvorsitzende der
Muslimischen Jugend Österreich

Nicht geklagt zu werden beweist noch nichts

Kurz nachdem 2017 der Bericht von Lorenzo Vidino zur "Muslimbruderschaft in Österreich" erschien, kündigte ich bereits an, rechtliche Schritte zu prüfen. Die Behauptungen, die darin über mich aufgestellt wurden, waren und sind schlichtweg falsch. Statt diese zu berichtigen, stellt Vidino im Interview lediglich die Frage in den Raum: "Wenn meine Arbeit fehlerhaft ist und ihnen Schaden zugefügt hat: Warum verklagen sie mich dann nicht?" Als würde nicht verklagt zu werden die falsche Behauptung beweisen. Unerwähnt bleibt, dass in den USA ansässige Personen in Österreich so gut wie gar nicht geklagt werden können. In den USA zu klagen ist bekanntlich sehr kostspielig.

Nach der Einstellung der Ermittlungen (im Zuge der "Operation Luxor"), sowohl gegen mich als auch gegen die Gemeinnützige Privatstiftung Anas Schakfeh und deren Vorstandsmitglieder, immer noch rufschädigend zu wirken, ist einfach eine Farce.

Nicht nur das Landesgericht Graz hielt am 12. Juli 2022 fest, dass das Ermittlungsverfahren gegen die Stiftung "insgesamt keinen hinreichenden Tatverdacht zu begründen vermag", auch das Oberlandesgericht Graz stellte bereits voriges Jahr deutlich klar, dass von Beginn an keinerlei Verdachtsmomente vorhanden waren, die die Razzia in der Stiftung rechtfertigen würden. Die Ermittlungen gegen mich wurden sogar direkt von der zuständigen Staatsanwaltschaft Graz eingestellt.

Prof. Anas Schakfeh,

per E-Mail

Nur scheinbar eine
Hilfe für Asylwerber

Das Bessere ist oft der Feind des wirklich Guten. So auch hier: Es ist ein dürftiger Fortschritt, wenn nun Menschen mit subsidiärem Schutz in Niederösterreich eine Grundversorgung bekommen. Denn diese stellt in Wahrheit eine "Unter-Grundversorgung" dar, die Österreich Asylwerbern zumutet, um für potenzielle Asylwerber möglichst unattraktiv zu sein, die aber nicht für langfristig Aufenthaltsberechtigte gedacht ist.

Ist schon die Mindestsicherung in vielen Fällen nicht für ein menschenwürdiges Leben ausreichend, so umso mehr die sogenannte Grundversorgung, die Bezieherinnen auf die private Wohlfahrt angewiesen sein lässt. Wenn auch diese auslässt, bleibt nur der Mundraub. Das kann nicht die Lösung in einem der reichsten Länder der Welt sein!

Walter Wotzel,

per E-Mail