Die Vereinigung der Parlamentsredakteurinnen und -redakteure fordert in einem einstimmigen Beschluss auf ihrer Generalversammlung den Erhalt der "Wiener Zeitung". Die Zeitung soll komplett, also auch in Form der Print-Ausgabe, als Tageszeitung erhalten bleiben. Weiters fordern sie auch eine unabhängige Journalistenausbildung, die mit dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung nicht möglich wäre, betont die Vereinigung in einer Stellungnahme.

Der Journalismus der "Wiener Zeitung" beinhalte vielfältige und profunde Berichterstattung über die Tätigkeit des Parlaments. "Sie ist ein wertvoller Baustein für den Parlamentarismus in Österreich und für die Demokratie in Österreich. Gerade deswegen ist die ‚Wiener Zeitung‘ auch in ihrer Tageszeitungsvariante ein wichtiger Mosaikstein demokratischer Bewusstseinsbildung", betonen die Parlamentsredakteure.

Die Bundesregierung hat ein Gesetz vorgelegt, das die gedruckte Version der "Wiener Zeitung" nach 320 Jahren ab Juli 2023 abschaffen wird. Redaktionelle Inhalte sollen danach nur mehr online und in einem gedruckten Monatsheft erscheinen. Die Pläne sind höchst umstritten und haben Proteste aus allen Lagern ausgelöst. Die Begutachtungsfrist endet Ende November.

In der Generalversammlung wurde ORF-Redakteurin Claudia Dannhauser einstimmig als Vorsitzende der Parlamentsredakteure bestätigt. Außerdem wurden neue Statuten beschlossen, mit denen die Vereinigung ihr journalistisches Profil stärken will. Insbesondere Mitarbeiter von Parteipressediensten und Parlamentsklubs sind künftig von einer Mitgliedschaft ausgeschlossen.