Am Dienstag hat die SPÖ im Nationalrat einen Antrag auf Fortbestand der "Wiener Zeitung" als gedruckte Tageszeitung eingebracht. In dem Antrag der Abgeordnete Sabine Schatz und weiterer SPÖ-Nationalräte heißt es: "Die Bundesregierung wird aufgefordert, den Fortbestand der Wiener Zeitung als Tageszeitung zu sichern und dem Nationalrat einen Regierungsentwurf vorzulegen, der - wie angekündigt - ein passendes Zukunftskonzept und eine nachhaltige Geschäftsgrundlage für die Zukunft des Unternehmens enthält."

Schatz argumentiert: "Die Wiener Zeitung wurde 1703 gegründet und ist derzeit noch die älteste bestehende Tageszeitung der Welt. Sie bietet qualitativ hochwertige Berichterstattung zu den wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ereignissen. Das Archiv der Wiener Zeitung wiederum gehört zum Unesco-Dokumentenerbe. Es zeigt die Entwicklung des Pressewesens sowie des Amtlichen Nachrichtenblattes Österreichs. Die Zeitung selbst wäre auch in den Rang eines schützenswerten Kulturgutes einzuordnen."

"Zeitung nicht beschränken"

Trotz dieser langen Tradition und des wichtigen Beitrags zur Medienvielfalt in Österreich sei die Bundesregierung aktuell dabei, dem Bestehen der "Wiener Zeitung" als Tageszeitung ein Ende zu setzen. Der bereits vorliegende Begutachtungsentwurf beschränke die "Wiener Zeitung" auf ein Online-Medium und sieht diese nur "nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel" auch als Printprodukt. Zusätzlich soll ein Media Hub Austria mit Weiterbildungsmöglichkeiten für Journalisten eingerichtet werden.

Schatz ortet ein "Versagen der Bundesregierung", da die Zusage zur Weiterfinanzierung der Zeitung gebrochen wurde. Am Donnerstag vor dem Budgetbeschluss wird über den Antrag abgestimmt.