Für die Veranstaltung "Rettet die Wiener Zeitung" am 22. Jänner hat Satiriker Severin Groebner gleichsam den Boden bereitet. Er trat die Bretter, die in diesem Fall im Veranstaltungssaal der "Kulisse" in Wien-Hernals die Welt bedeuten, für einen guten Zweck ab. Ursprünglich hätte es dort einen Soloabend Groebners geben sollen. Er gab aber kurzfristig die Bühne für Kollegen frei, als er vom Projekt von Erika Pluhar, Josef Hader, Peter Klien, Thomas Maurer, Florian Scheuba und anderer erfuhr, einen Rettungsversuch für die "Wiener Zeitung" zu unternehmen. "Es gilt den Tod der gedruckten Tagesausgabe auf Basis eines Koalitionsentwurfes in ihrem 320. Lebensjahr zu verhindern." Der preisgekrönte Groebner ("Deutscher Kleinkunstpreis"): "Das Blatt ist in dieser Presselandschaft wegen seiner Qualität unverzichtbar."

Groebners Kollege Thomas Maurer ist ebenfalls eine tragende Säule des Künstler-Widerstandes. Für ihn ist klar, worum es bei bisherigen "Reformvorschlägen" der Koalition geht: "Neulich kamen der Regierung ein paar Ideen. Etwa die, die ‚Wiener Zeitung‘ abzukrageln. Oder die, die Journalistenausbildung künftig dem Kanzleramt zu unterstellen. Oder die, künftig den allerelendigsten Medien noch schamloser als mit Steuermitteln befüllter Bankomat dienlich zu sein. Diese Ideen harmonieren zwar vorzüglich miteinander, aber das tun ja Covid, Influenza und RSV auch."

Thomas Maurer. 
- © Pertramer

Thomas Maurer.

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