• vom 17.01.2019, 18:01 Uhr

Schule


Brennpunktschulen

Förderungen müssen warten




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  • Von 529 Problemschulen sind 111 in Niederösterreich und 109 in der Steiermark.

- © apa/H. Neubauer

© apa/H. Neubauer

Wien. (pech/apa) Heuer wird wieder überprüft, ob die Schüler tatsächlich können, was sie in der vierten Klasse NMS und AHS können sollten. Insgesamt schaut es nicht so besonders aus: Immerhin erreicht ein Viertel der Schüler nach acht Jahren Deutsch die Standards in Deutsch nicht oder nur teilweise. Und auch in Mathematik haben 15 Prozent der Schüler Mühe mit den einfachsten Aufgaben und erreichen die Bildungsstandards nicht. Wobei in den bisherigen Testungen Wien - was die Schülerzahl betrifft - am schlechtesten lag.

Am Donnerstag wurde eine Anfragebeantwortung des Bildungsministeriums an die Neos veröffentlicht. Demnach haben an 529 Schulen - 351 Volksschulen und 218 Neue Mittelschulen - bei den Bildungsstandardüberprüfungen extrem viele Schüler schlecht abgeschnitten. 111 dieser Schulen befinden sich in Niederösterreich, 109 in der Steiermark, 61 in Kärnten, 52 in Wien, 47 in Oberösterreich, 44 in Tirol, 36 im Burgenland, 24 in Vorarlberg und acht in Salzburg. Ist das nicht ein Widerspruch zu den Testergebnissen? Nein, erklärt Martin Netzer, Generalsekretär im Bildungsministerium, der "Wiener Zeitung". Das spiegle einfach nur die Größe der Schulstandorte wider. In Wien gebe es eben größere Schulen.


Bis 2021 sollen 500 Schulen
in das Förderprogramm

Um also die Mängel in diesen Schulen effektiv beheben zu können, wurde noch unter SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid das Förderprogramm "Grundkompetenzen absichern" gestartet. Priorität hatten dabei zunächst jene Schulen, in denen besonders viele Schüler (mindestens 20 Prozent) in gleich mehreren Bereichen die Bildungsziele nicht erreicht haben und die zusätzlich beim "fairen Vergleich" (Berücksichtigung der Rahmenbedingungen) unterdurchschnittlich abgeschnitten haben.

Bis 2021 sollen rund 500 dieser 569 Schulen an dem Programm teilnehmen. Bei den übrigen Standorten geht das Ministerium in Absprache mit der Schulaufsicht davon aus, dass sie ihre Ergebnisse auch ohne externe Unterstützung verbessern werden.

Der Haken an der Geschichte ist, dass das Bildungsministerium sich hier auf die Bildungsdirektionen der Länder verlassen muss, denn über Auswertungen der Bildungsstandarderhebung an den einzelnen Schulen hat das Ministerium keine Zahlen, die kennen nur die Bildungsdirektionen. Diese wählen daher auch jene Schulen aus, die einen erhöhten Förderbedarf haben.

Die ausgewählten Standorte sollen von Experten der Bildungsdirektionen, von Schulentwicklungsberatern und Fachdidaktikern der Pädagogischen Hochschulen (PH) sowie Schulpsychologen begleitet werden.

Hier setzt die Kritik der Neos an. Insgesamt seien für die eingesetzten multiprofessionellen Teams österreichweit nur 59 Schulpsychologen vorgesehen.

Ministerium arbeitet Parameter zur Ressourcenverteilung aus
Außerdem scheine in manchen Bundesländern noch kaum Arbeit passiert zu sein. "Mit vielen Schulen gab es noch nicht einmal Erstgespräche." Das gelte ausgerechnet für jene Bundesländer wie Niederösterreich und die Steiermark, in denen besonders viele Problemschulen identifiziert worden seien.

Generalsekretär Netzer erklärt das damit, dass es dazu eine Verordnungsermächtigung des Ministers brauche. Man arbeite mit den Bildungsdirektionen noch an den Parametern, nach denen die Ressourcenaufteilung erfolgen solle. Denn Ressourcen - das Lehrer-Schüler-Verhältnis sei im internationalen Vergleich besonders gut - gebe es genug, sagte Netzer, man müsse diese nur effizient einsetzen.




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Dokument erstellt am 2019-01-17 18:14:29



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