• vom 31.08.2012, 17:03 Uhr

Schule

Update: 31.08.2012, 17:13 Uhr

Gesamtschule

"Nehmt es nicht so ernst"




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  • Interview mit der bloggenden Lehrerin und Bestseller-Autorin "Frau Freitag"
  • Zu Schulbeginn berichtet eine Berliner Gesamtschullehrerin aus ihrem Alltag.

Wien. Während in Österreich kommende Woche die Schulen ihren Betrieb wieder aufnehmen, ist dieser an den meisten deutschen Schulen bereits seit Anfang August in vollem Gange. "Sechs Wochen Schulferien reichen völlig", meint eine Berliner Gesamtschullehrerin, die auch sonst mit flotten Sprüchen aufhorchen lässt. Ihren turbulenten Schulalltag verarbeitet sie in einem Blog; ihre beiden Bücher, die sie unter dem Pseudonym "Frau Freitag" veröffentlicht hat, wurden Bestseller.

"Wiener Zeitung": In Ihrem Buch schreiben Sie, sechs Wochen Ferien sind zu viel, in Österreich haben wir neun Wochen, jedes Jahr wird über Kürzung diskutiert...

Information

Frau Freitag, Jahrgang 1968, unterrichtet seit zwölf Jahren Englisch und Kunst an einer Berliner Gesamtschule. Davor jobbte sie in Büros und in der Gastronomie. Ihre Bücher "Chill mal, Frau Freitag" und "Voll streng, Frau Freitag" sind Bestseller, sie bloggt auf fraufreitag.wordpress.com, österreichische Lehrer vernetzten sich u.a. unter teacher.twoday.net

Frau Freitag: Damit will ich den Leuten Wind aus den Segeln nehmen. Wir werden ja um die Ferien beneidet, aber den Job will ja keiner machen. Aber man muss erst lernen, mit den Ferien umzugehen und sie optimal zu nutzen. Das kann ich jetzt nach zehn, zwölf Jahren viel besser. Vor allem die Schüler brauchen diese Ferien, anstatt die Ferien zu kürzen, sollte man ihnen Angebote machen, also eher Freizeitangebote ausbauen. Neun Wochen klingt jetzt für mich auch sehr lang, also ich bin jetzt nach sechs Wochen auch sehr erholt. Natürlich kann ich verstehen, dass die Kollegen aus Österreich das nicht aufgeben wollen.

Von den Lehrern wird immer mehr verlangt, sie sollen mehr unterrichten, und zuletzt wurde mehr Fortbildung in den Ferien diskutiert – was halten Sie davon?

Ich erlebe sehr viele engagierte Lehrer um mich herum, und die machen auch nicht mehr, wenn es verordnet wird. Es ist eher so, dass diese eher auf die Bremse treten. Wir unterrichten nun 26 Stunden und an den Grundschulen 28 Stunden. Die Stunden wurden erhöht, aber das Gehalt blieb gleich. Viele Lehrer werden sehr krank, mit weniger Unterrichtsverpflichtung könnte man verhindern, dass sie ganz aus dem System fallen. Ich fände es gut, 20 Stunden zu unterrichten und fünf Stunden für Beratungsgespräche zur Verfügung zu haben, in denen ich mich z.B. auch mit den Eltern treffen kann. Als Klassenlehrerin ist es schwierig, das alles zu schaffen, rein zeitlich.

Zu ihrem Zweitjob als Autorin: Sie haben erst den Blog geschrieben und dann sind Bücher daraus geworden – wie kam es dazu?

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Dokument erstellt am 2012-08-31 16:51:08
Letzte Änderung am 2012-08-31 17:13:33


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