• vom 11.12.2012, 17:25 Uhr

Schule

Update: 11.12.2012, 17:36 Uhr

Bildungsstandards

In Wien scheiterte ein Viertel




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Von Bettina Figl

  • Schmied: Zusammenhang zwischen Bildung und sozialer Herkunft "enorm besorgniserregend"
  • Österreichweit erreicht mehr als die Hälfte die Ziele, Oberösterreich ist top.

Bei den ersten Standard-Tests in Mathematik zeigten sich kaum Unterschiede zwischen Mädchen und Buben, lediglich in der Spitzengruppe sind 60 Prozent Burschen. - © apa

Bei den ersten Standard-Tests in Mathematik zeigten sich kaum Unterschiede zwischen Mädchen und Buben, lediglich in der Spitzengruppe sind 60 Prozent Burschen. © apa

Wien. "Lukas misst in seinem Atlas die Länge der direkten Entfernung von Salzburg nach Wien. Es sind 25 cm. Der Maßstab ist mit 1:1 000 000 angegeben. Wie lang ist die Luftlinie zwischen Salzburg und Wien in Wirklichkeit?" Wer die Antwort weiß, löst damit eine von 48 Aufgaben der Bildungsstandards in Mathematik (Antwort am Ende des Artikels).

Die Bildungsziele erreicht hat etwas mehr als die Hälfte der österreichischen Schüler (53 Prozent) - jeder sechste Schüler erreicht die am Lehrplan für Mathematik orientierten Standards nicht. Heuer wurden erstmals flächendeckende Standard-Tests in Mathematik durchgeführt - für Unterrichtsministerin Claudia Schmied ein "Meilenstein in der Schulentwicklung", wie sie bei der Präsentation der Ergebnisse am Dienstag betonte. Getestet wurde die gesamte 8. Schulstufe, also alle rund 80.000 Schüler der vierten Klassen AHS, Hauptschule und Neue Mittelschule (NMS).



Wiens Schüler schnitten dabei österreichweit am schlechtesten ab, von ihnen haben 25 Prozent die Bildungsstandards nicht erreicht. Unter Berücksichtigung der Größe der Schule oder Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund liegt jedoch Kärnten am letzten Platz. Die Auswertung nach diesen Parametern wird "der faire Vergleich" genannt und dient als Orientierung für die Schulstandorte, so Studienleiter Günter Haider vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie).

"Das Risiko der Herkunft"
Es zeigt sich, dass große Unterschiede zwischen den einzelnen Schulestandorten und -typen bestehen. Die beste Schule ist mit einem Mittelwert von knapp 700 Punkten eine AHS, die schlechteste ist eine Hauptschule mit rund 350 Punkten. Die AHS erreichten im Schnitt 600, Pflichtschulen 504 Punkte. Diese Differenzen seien "enorm besorgniserregend" da sie zeigen "wie groß das Risiko der Herkunft ist", sagte Schmied.



Getestet, aber nicht ausgewiesen gemacht, wurden die Ergebnisse der NMS: Da es von ihnen in ganz Österreich erst 67 gibt, sei "keine zuverlässige Analyse möglich", so Haider. Die Schulen hätten sich vor vier Jahren freiwillig zu dem Schulversuch gemeldet und "die Daten würden wissenschaftlichen Ansprüchen noch nicht genügen".

Starken Einfluss auf die Ergebnisse hatten sozioökonomische sowie migrantische Hintergründe: Kinder aus migrantischen Familien kamen auf einen Mittelwert von 480 Punkten, österreichische Schüler auf 547. Und: Immerhin zwölf Prozent der Akademikerkinder erreichte die höchste Kompetenzstufe, aber nur ein Prozent der Kinder, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. Umgekehrt verfehlen nur sechs Prozent aller Akademikerkinder die Standards, aber 37 Prozent jener, deren Eltern maximal einen Pflichtschulabschluss haben. Schlecht fielen auch die Ergebnisse der Wiener Hauptschulen aus: Dort erreichen 51 Prozent der Schüler die Bildungsstandards nicht oder nur teilweise (Österreich-Schnitt: 24 Prozent). Keinen großen Unterschied macht das Geschlecht aus: Burschen erreichten im Schnitt 539 Punkte, Mädchen 532. Deutliche Unterschiede gibt es lediglich in der höchsten Kompetenzstufe: 60 Prozent Burschen stehen 40 Prozent Mädchen gegenüber.

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Dokument erstellt am 2012-12-11 17:29:10
Letzte Änderung am 2012-12-11 17:36:41



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